Lithium Tatsächlich so knapp wie behauptet?

In diesem Jahr will Orocobre 14.000 t Lithiumcarbonat aus dem Salzsee Salar de Olares in Argentinien gewinnen und die Produktion 2019 auf 42.000 t steigern. Das Explorationsziel liegt zwischen 1,6 und 7,5 Mio. t.
Toyota ist kürzlich bei Orocobre eingestiegen, um sich den Zugang zu Lithium zu sichern. Hier ist der Salzsee Salar de Olares in Argentinien zu sehen aus dem Orocobre Lithium gewinnt. Das Explorationsziel liegt zwischen 1,6 und 7,5 Mio. t.

Die Reserven sind da – aber das Metall muss dort hinkommen, wo es gebraucht wird.

Nach Schätzungen der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) wird sich der globale Bedarf an Lithium von derzeit etwa 33.000 Tonnen bis zu Jahr 2025 mindestens verdoppeln.

Einige Experten wie Jaime Alée, Direktor des Lithium-Programms an der Universidad de Chile, warnten zuletzt jedoch auch vor einer Blase: »Die Reserven liegen weltweit geschätzt bei 40 Mio. Tonnen.« Ein akuter Mangel sei daher unwahrscheinlich. Auch aus der Dera hieß es, zumindest bis 2025 müsse man nicht um eine ausreichende Versorgung bangen – jedenfalls bei Annahme optimistischer Szenarien: »Es wird langfristig genug Lithium für den Ausbau der E-Mobilität geben.«

Lieferrisiken bestehen weiter

Unabhängig von der prinzipiell verfügbaren Lithium-Menge: Ob eine kontinuierliche Belieferung selbst bei hohen Preisen immer gesichert ist, gilt als fraglich.

Die Dera räumt ein, dass Situationen möglich seien, in denen zu wenig Lithium auf den Markt kommt – etwa wenn die E-Mobilität besonders dynamisch anlaufen und Förderkapazitäten weniger als erwartet ausgebaut werden sollten.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie schaut sich die Entwicklung mit Argusaugen an. »Die Gefahr von Engpässen bei der Rohstoffversorgung steigt«, sagte ein Experte des Verbands der Welt am Sonntag Ende November.