Stimmungsbarometer Stromversorgungsbranche: Super Start und schwaches Ende

Zwar war die deutsche Stromversorgungsbranche mit hohen Erwartungen ins Jahr 2011 gegangen, mit einem wirklichen Nachfrageeinbruch nach dem Boomjahr 2010 hatte ganz offensichtlich wirklich niemand gerechnet, aber dass es dann so gut im ersten Halbjahr 2011 laufen würde, damit haben offenbar die wenigsten gerechnet.

Dabei hielt das Jahr 2011 mit der Dreifachkatastrophe von Fukushima ja bereits Anfang März ein Ereignis bereit, dass die Lieferkette und damit die Vorgaben für 2011 ganz massiv hätte durcheinander wirbeln können. In etwas kleinerem Umfang wiederholte sich das dann im Herbst mit den Überschwemmungen im Thailand. Dank intensivster Anstrengungen in den betroffenen Ländern und den betroffenen Firmen, blieben die Auswirkungen auf die Lieferkette und damit die Versorgung der Kunden in Deutschland jedoch minimal.

Einen größeren Einfluss auf die Prognosen und Planungen dürfte da schon der wieder unberechenbarer werdende Wechselkurs von Dollar zu Euro im letzten Jahr gespielt haben. Hier lag die Schwankung bei  1,25 bis 1,48 Dollar für einen Euro. Eine Volatilität, die einige Planungen über den Haufen geworfen haben dürfte. Deutlich eingebremst hat sich die Nachfrage nach Auskunft der Branche im 4. Quartal letzten Jahres. Der Rückgang gegenüber dem 3. Quartal bewegte sich zumeist im mittleren, bis hohen einstelligen Bereich. Dies drückt sich auch in der Branchenstimmung aus. Lag der Index im Herbst letzten Jahres noch bei 2,35, korrigierten die Unternehmen diesen Wert im Rückblick, Anfang dieses Jahres auf 2,23.

Damit wäre in etwa wieder das Stimmungsniveau des ersten Halbjahres 2007 erreicht. Trotz der Auftragsrückgänge gegenüber dem letzten Quartal des Boomjahres 2010, blickt die Branche aktuell offenbar optimistischer in die Zukunft, als noch Anfang September letzten Jahres. Damals ergab die Branchenumfrage einen Stimmungswert von 1,67, wenn es um die Aussichten für das erste Halbjahr 2012 ging. Nun bewegt sich der Wert bei 2,02. Nach zwei sehr guten Jahren für die deutsche Stromversorgungsbauer und -anbieter, scheint sich die Branche auf eine Geschäftsentwicklung in etwa auf dem Niveau des Vorjahres einzurichten. Zwar rechnet der ein, oder andere immer noch mit zweistelligen Zuwachsraten, in Summe scheinen die Erwartungen für 2012 jedoch auf ein einstelliges Wachstum im höheren einstelligen Prozentbereich hinauszulaufen.