Traco Power »Stromversorgungen müssen heute dem Design folgen«

Auch wenn Traco Power in erster Linie für DC/DC-Wandler bekannt ist – zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf diese Produkte –, bietet das Unternehmen ein Komplettprogramm vom kleinen, vergossenen Modul bis zum leistungsstarken Open-Frame- oder Hutschienen-Netzteil an.

Mit einem klaren Vertriebsfokus auf Schlüsselbranchen wie Medizintechnik, Bahn- sowie Mess- und Regeltechnik will Traco Electronic auch 2018 zweistellig in Deutschland wachsen. Eine besondere Bedeutung bei diesem Vorhaben haben kundenspezifische Stromversorgungslösungen.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Medizintechnik.

»Wir sehen uns ganz klar als Premiumanbieter in einem rauer werdenden Wettbewerbsumfeld«, so charakterisiert Sebastian Fischer, Geschäftsführer der Traco Electronic, die Rolle des Schweizer Stromversorgungsherstellers Traco Power. Mit einem Umsatzvolumen, das heute schon dreistellig sein dürfte, zählt das Unternehmen als Broadline-Anbieter zu den Top 5 der europäischen Stromversorgungshersteller für den industriellen Bereich. Dank eines ikonografischen, schwarz-roten Aufdrucks springen besonders die kleinen Wandler des Unternehmens auf den Leiterplatten den Betrachtern und Servicetechnikern ins Auge.

Im Jahr 1944 in der Schweiz als Handelsvertretung gegründet, erzielt das Unternehmen heute etwa 60 Prozent seines Umsatzes in Europa. Deutschland steht dabei für gut ein Drittel des Europageschäfts. Auf Asien entfallen 20 Prozent des Umsatzes, auf die USA 15 Prozent. Den Rest erzielt das Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen, die nichts mit Stromversorgungen zu tun haben. Produkttechnisch verteilt sich der Umsatz etwa zu zwei Dritteln auf DC/DC-Wandler, ein Drittel steuern AC/DC-Netzteile bei.

»Unser wichtigstes Umsatzsegment sind Wandler im Leistungsbereich von 10 bis 50 W«, erläutert Fischer; »unser stärkstes Wachstum erzielen wir derzeit im Bereich Medizintechnik mit DC/DC-Wandlern zwischen 2 und 30 W und AC/DC-Netzteilen zwischen 20 und 300 W«. Klar auf das Segment Industriestromversorgungen fokussiert, zählen für Fischer, der das Deutschlandgeschäft seit knapp zwei Jahren als Geschäftsführer verantwortet, die Bereiche Medizin- und Bahntechnik sowie die Mess- und Regeltechnik zu den Schlüsselbranchen des Vertriebs in Deutschland.

»Medizin ist heute kein Nischenmarkt mehr«, versichert er. »Zwar ist generell eine Zunahme der Nachfrage nach kundenspezifischen Lösungen quer durch alle Anwendungsbereiche zu beobachten, doch für den Medizintechnik-Markt gilt das in ganz besonderem Maße.« Vor diesem Hintergrund treibt er den Ausbau der kundenspezifischen Aktivitäten bei Traco Power voran. Er knüpft damit an eine Strategie an, die Traco schon einmal vor mehr als zehn Jahren verfolgte.

Kundenspezifisch heißt für Fischer dabei ganz klar Customized. »Der Kunde bekommt Bohrungen auf der Leiterplatte und Ausbrüche aus dem Gehäuse, die er braucht; dasselbe gilt für das Thema Kabelbaum, wenn nötig.« Neben diesen mechanischen Anpassungen bekommt er auch genau die elektrischen Leistungsmerkmale und Zulassungen, die er braucht. Natürlich sei das beratungsintensiver als das Kataloggeschäft, »aber dafür bekommt der Kunde eben auch genau das, was er für seine Applikation benötigt«. Nicht unwichtig bei diesem Thema ist auch eine durchgehende und transparente Zertifizierungskette, um die sich der Kunde nicht selbst kümmern muss.

Bei der Frage, wie die Stromversorgung ausgeführt werden soll, ist nach Fischers Erfahrung kein klarer Trend erkennbar. »Viele wollen inzwischen keine Lüfter mehr in den Stromversorgungen, gleichzeitig wollen sie aber Produkte, die kleiner sind als ihre Vorgänger und bei den gleichen Umgebungstemperaturen einsetzbar sind.« In puncto Wirkungsgrad bedeutet das, dass dieser bei heutigen Lösungen eher bei oder über 90 Prozent liegt als in den 80er-Prozentpunkten wie noch vor einigen Jahren.