Photovoltaik Start-up entwickelt günstige Schaltung gegen Verschattung

Mitgründer Richard Brace, BRC GmbH.
Mitgründer Richard Brace, BRC GmbH.

Eine Ausgründung der Hochschule Karlsruhe hat eine elektronische Schaltung entwickelt, die die Verschattung an Solarmodulen verringert und damit den Wirkungsgrad der Anlage verbessert. Im Frühjahr soll es die Elektronik zum Preis von 35 Euro zu kaufen geben.

Das Problem ist bekannt: Liegt nur ein Zwanzigstel der Oberfläche eines Solarpanels im Schatten, führt das zum gleichen Resultat wie eine vollständige Abdeckung des Moduls – mit gravierenden Folgen für das Gesamtsystem: »Die Module solcher Anlagen sind meist in Reihe geschaltet«, erklärt Gründer Richard Brace, »sinkt also in einem Modul der Strom, sinkt er in der gesamten Anlage, die Verschattung eines Moduls führt also zu einem Abfall der Leistung der gesamten Anlage.«

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Und genau hier setzt die Entwicklung von BRC Solar (Video) mit einer kleinen, patentierten Schaltung an: sie wird nur an verschattete Module angebracht und wird auch nur bei solchen aktiv, was den Wirkungsgrad des Gesamtsystems erhöht und den notwendigen Investitionsaufwand reduziert.

Zwar gibt es technische Lösungen gegen Verschattung am Markt, doch »diese sind entweder sehr teuer«, so Kollege und Geschäftsführer  Timm Czarnecki - der ebenso wie Brace Elektro- und Informationstechnik studiert hat - »oder sie sind nicht sonderlich effizient.«

Im Augenblick bereiten die drei Existenzgründer – dritter im Bunde ist Pascal Ruisinger, Absolvent des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, der sich um die Finanzplanung und das Controlling des jungen Unternehmens kümmert – die Serienproduktion und die Markteinführung ihres Zusatzmoduls vor, das sie im 1. Quartal 2019 für rund 35 € auf den Markt bringen möchten.

Die Elektronik konnten sie an der Hochschule entwickeln und in den Laboren ausgiebig testen: Die Leistung von Solarmodulen mit Schattenproblemen lässt sich deutlich steigern. Für die Existenzgründer war aber nicht nur die enge fachliche und wissenschaftliche Verbindung zur Hochschule wichtig, »wir haben auch viel organisatorische Unterstützung erhalten, beispielsweise durch das Gründerlabor der Hochschule«, betont Pascal Ruisinger, »wir konnten so unsere Idee Fachleuten vorstellen und erhielten wichtige Hinweise, welche Fördermaßnahmen für uns infrage kommen. Das hilft uns augenblicklich sehr beim Aufbau der Infrastruktur unseres kleinen Unternehmens. So werden uns über das Programm EXIST beispielsweise Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.«

Mentor Prof. Dr. Rainer Merz steht ihnen auch heute noch zur Seite: »Natürlich
interessiert uns sehr, wie sich das Unternehmen weiterentwickelt und auch unsere Studierenden verfolgen dies gespannt. Zum anderen denken wir schon über Weiterentwicklungen nach – die drei Existenzgründer werden uns also verbunden bleiben und vielleicht können wir sogar in Zukunft gemeinsame Forschungsprojekte aufsetzen, mit denen wir dann nachfolgende Studierendengenerationen für solche spannenden Fragen in der Energiegewinnung begeistern und auch den Weg in die berufliche Selbstständigkeit am realen Beispiel vorstellen können.«