Sanierung in Eigenverwaltung wird nicht fortgesetzt Sovello stoppt die Produktion

Ab dem 27. August ruht bei Sovello vorläufig die Produktion. Ein großer Teil der Mitarbeiter muss das Unternehmen zudem zum 31. August verlassen.

Drei Wochen nach seiner Einsetzung ist der Insolvenzverwalter von Sovello, Lucas F. Flöther zu der Erkenntnis gekommen, »dass die Liquiditätssituation des Unternehmens bereits bei der Insolvenzeröffnung so zerrüttet war, dass kaum noch Spielraum blieb«. Für ihn führt deshalb kein Weg daran vorbei, die Produktion vorerst einzustellen. Durch die Fortsetzung des Investorenprozesses will er aber weiterhin versuchen, das Unternehmen zu retten.

Aufgrund der angespannten Finanzlage hatte Flöther unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Massenunzulänglichkeit anzeigen müssen. Trotzdem hatte der Insolvenzverwalter bis zuletzt versucht, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise war es ihm gelungen, Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für den Monat August noch zu sichern. Darüber hinaus reichen nun aber die Finanzmittel nicht. »Eine Fortsetzung der Produktion würde nur noch zu mehr Verlusten führen«, versichert Flöther, »eine Rettung des Unternehmens wäre dann nicht mehr zu schaffen«.

Auf einer Belegschaftsversammlung wurde den verbliebenen 500 Mitarbeitern des Unternehmens gestern mitgeteilt, dass ihnen gekündigt wird. Zum überwiegenden Teil erfolgt die Freistellung zum 1. September. Für 22 Mitarbeiter konnte Flöther eine Sonderregelung ermöglichen, sie werden erst zum 30. September gekündigt, um sie bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz zu unterstützen. Sozialplan und Interessenausgleich wurden bereits mit Betriebsrat verhandelt und sind unterschrieben.

Sovello hatte am 14. Mai Insolvenz angemeldet. Zunächst versuchte die Geschäftsführung eine Sanierung in »Eigenverwaltung«. In den zweieinhalb Monaten bis zur Insolvenzeröffnung am 1. August verschlechterte sich die Situation aber weiter, so dass das zuständige Amtsgericht Dessau-Roßlau eine Fortsetzung der Eigenverwaltung ablehnte und einen Insolvenzverwalter einsetzte.