Imec Technology Forum 2016 Semi-transparente Perowskit-Module

Perowskit-Modul auf Si-Solar-Modul erhöht den Wirkungsgrad gegenüber anderen Ansätzen.
Perowskit-Modul auf Si-Solar-Modul erhöht den Wirkungsgrad gegenüber anderen Ansätzen.

Imec hat das erste semi-transparente Perowskit-PV-Modul vorgestellt, das einen Wirkungsgrad von bis zu 12 Prozent erreicht.

Semi-transparente Module sind beispielsweise für die Integration in Gebäudefassaden geeignet. Ein wichtiger Schritt, denn Tom Aernouts, Thin Film PV Technology Manager beim IMEC, verweist auf die EU-Regelung, die besagt, dass ab 2021 jeder Neubau ein so genanntes Null-Energie-Haus sein. Und das »lässt sich nur mithilfe von Photovoltaik erreichen«, so Aernouts.

Aernouts gehört zu den Fans von Perowskit und weist auf die entscheidenden Vorteile des Materials hin: kostengünstig (einfach zu fertigen) und hoher Wirkungsgrad, typischerweise zwei Dinge, die in der Solartechnik nicht unter einen Hut zu bringen sind. Perowskit sei die PV-Technologie, bei der der Wirkungsgrad am schnellsten angestiegen ist. »Dieses Material hat das Potenzial den PV-Markt umzukrempeln«, so Aernouts weiter. Und auch wenn die Technik noch sehr jung sei, seien schon viele Fortschritte erzielt worden. Aernouts erwartet, dass 2018/2020 Startups erste Perowskit-Produkte mit kleinen Flächen auf den Markt bringen werden. Bis großflächige Perowskit-Module verfügbar sind, vergehen seiner Meinung nach aber mindestens noch 10 Jahre.

Das jetzt vorgestellte semi-transparente Perowskit-Modul hat eine Fläche von 4 cm² und einen Wirkungsgrad von 12 Prozent erreicht, bei einer Fläche von 16 cm² liegt der Wirkungsgrad bei 10 Prozent. Imec hat das Perowskit-Modul auf ein IBC-Si-Solarzelle (IBC: Interdigitated Back Contacted) montiert und einen Wirkungsgrad von 20,2 Prozent erreicht, Aernouts ist aber der Überzeugung, dass dieser Ansatz das Potenzial hat, den Wirkungsgrad auf über 30 Prozent zu steigern, was sogar über dem Wirkungsgrad der besten Si-Einfachsolarzelle liegt. Wir das 16 cm² große Perowskit-Modul auf vier miteinander verbundene Si-Solarmodule montiert, liegt der Wirkungsgrad noch bei 17,2 Prozent.