100.000 Kunden bis 2020 Recom forciert mögliche Akquisitionen

Rolle der Katalogdistributoren

Sie haben das Unternehmen in den letzten Jahren durch neue Applikationsbereiche und neue Produkt- und Leistungsklassen kontinuierlich weiterentwickelt. Was wird als nächstes kommen?

Wir sehen, dass die Felder Stromversorgung, IC und Sensorik immer weiter zusammenwachsen – Schlagwort: IoT. Wir führen hier Gespräche, die auf eine engere Zusammenarbeit mit namhaften IC-Herstellern abzielen. Das Thema sind hier neue Technologien und Systemintegration. Parallel dazu sondieren wir den Markt im Bereich Sensorik und der IC-Technologie. Wir hoffen, im laufenden Geschäftsjahr auf diesem Gebiet mit Akquisitionen tätig werden zu können.

Zu den Applikationsbereichen, auf denen Recom in den letzten Jahren als einer der wenigen Europäer tätig war, zählen Low-Power-LED-Treiber und AC/DC-Module. Wie sieht hier die weitere Strategie aus?

Der Low Power AC/DC-Markt für IoT- und Beleuchtungsapplikationen ist ein schnell wachsender mit sehr hohen Volumen und niedrigen Marktpreisen. Um unserer starke Marktposition hier weiter auszubauen, haben wir uns entschieden, eine eigene Fertigung mit Hilfe eines chinesischen Joint-Venture-Partner-Herstellers für hochvolumige LED-Treiber, ähnlich der AC/DC-Module, aufzubauen. Wir werden dort AC/DC-Produkte mit Leistungen bis zu 25 W in zweistelligen Millionenstückzahlen im Jahr fertigen. Erste Produkte aus dieser Kooperation von unserer neuen Fertigung in China werden noch im zweiten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen.

Mit Ihren Modulen haben Sie das ideale Standardprodukt für die Distribution angeboten. Werden Sie den Distributionsanteil noch weiter ausbauen, und welche Rolle spielen für Sie vor allem die großen Katalogdistributoren?

Unser Distributionsanteil liegt aktuell bei 60 Prozent, und er wächst stetig weiter – unter anderem durch die fortwährende Erweiterung des Produktspektrums und neue Anwendungsbereiche, in die wir vorstoßen. Auch in der DACH-Region liegt unser Distributionsanteil inzwischen bei über 50 Prozent. Bedienten wir vor zwei Jahren weltweit noch 50.000 aktive Kunden, waren es 2016 bereits über 70.000. Für 2020 streben wir das Erreichen der Schwelle von 100.000 Kunden an. Große Katalogdistributoren stellen für uns dabei sowohl Design-in- als auch Wachstumstreiber dar. Sie benötigen Substanz auf ihren Seiten, und wir sind diesbezüglich mit unseren Neuentwicklungen ein sehr dynamischer Partner für sie.

Wie sehen Sie den Einstieg von Amazon in das Distributionsgeschäft mit Bauelementen und Subsystemen?

Ich halte Amazon für durchaus potent in diesem Bereich. Amazon hat sicherlich auch die nötigen Mittel, um sich, voraussichtlich im Rahmen einer Akquisition, mit dem notwendigen Know-how in diesem Bereich zu versorgen. Merger ziehen aber immer Konsolidierungen nach sich. Ich denke, das Wichtigste ist der klare Fokus eines solchen Einstiegs. Und bislang zählte Bauelemente-Distribution eben nicht zum Core-Business von Amazon.

Sie haben mit der Eröffnung des neuen Headquarters in Gmunden vor zwei Jahren ihr EMV-Labor auch für externe Partner und Kunden zur Verfügung gestellt. Wie sind Ihre Erfahrungen bisher?

Sehr gut. Das Angebot wird angenommen, sei es von Kunden, Partnern oder von universitärer Seite. Unsere EMV-Seminare erfreuen sich hoher Beliebtheit, denn wir bieten praktisches Wissen, von dem Neuentwicklungen profitieren. Die Entscheidung, das EMV-Labor nicht nur für die eigene Entwicklung zu nutzen, war absolut richtig!