China zieht die Notbremse Peking stampft PV-Subventionen ein

Die chinesische Regierung hat unerwartet die Kehrtwende bei der Solarförderung eingeleitet.
Die chinesische Regierung hat unerwartet die Kehrtwende bei der Solarförderung eingeleitet.

China vollzieht eine Kehrtwende bei den PV-Kraftwerkssubventionen und reduziert die PV-Förderung und den PV-Kraftwerkszubau drastisch. Der Schritt der sorgte für Panik bei den chinesischen Solarherstellern und schickte die Solaraktien weltweit in den Keller.

Am 1. Juni gab die chinesische Regierung durch ihre National Development and Reform Commission (NDRC) bekannt, 2018 keine weiteren großen Solarkraftwerke mehr zu genehmigen, die Subventionen benötigen. Kleinere Solaranlagen in Verteilnetzen sollen auf 10 GW beschränkt werden, die Hälfte des Zubaus von 2017. Der geplante PV-Zubau nimmt von 53 GW (2017) auf ca. 30 GW in diesem Jahr ab. Damit will die Regierung die dieses Jahr auf umgerechnet fast 15,6 Milliarden gewachsenen Solarsubventionen eindämmen.

Chinas Solarhersteller stehen derweil Schlange in Peking und bitten die Regierung, die Förderungskürzungen und den Stopp neuer Zubauten zu verschieben. 11 chinesische Solarfirmen sandten in der vergangenen Woche laut Reuters einen Brief an die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, in dem sie beklagten, dass der überraschende Schritt viel zu früh gekommen sei. Laut Schreiben der Solarhersteller habe der Sektor riesige Schulden aufgehäuft, um seine Wettbewerbsfähigkeit mit den konventionellen Energieversorgern herzustellen und bräuchte mindestens noch fünf Jahre lang die volle staatliche Unterstützung.

Besonders die Aktien chinesischer Solarhersteller gingen vorübergehend in den freien Fall über. Gespräche der Hersteller mit der Regierung zielen laut South China Morning Post darauf ab, ein Quotensystem für Solarenergie in China einzuführen, dass die Regionen zwingt, mehr Solarenergie zu kaufen.

Mit der jetzt entstehenden Überkapazität an PV-Modulen und PV-Produktionsstandorten ist eine globale Schwemme billiger Module zu erwarten, die die chinesischen Hersteller schnell loswerden möchten. Der Preisverfall könnte die von der Regierung Trump erlassenen Zölle gegen Import-Module konterkarieren, wegen der sich die US-PV-Industrie zu erholen begann.

Der nächste chinesische Kandidat für Subventionskürzungen könnte die Windindustrie sein, die auch von jahrelanger Vorzugsbehandlung durch die chinesische Regierung profitiert hat.