Markt&Technik-Forum »Stromversorgungen« Ob es kritisch wird, entscheidet der Herbst

Die Teilnehmer des Forums: Stefan Bergstein, Vertrieb, Emtron, Karsten Bier, CEO, Recom Power, Michael Brinkmeier, Head of Marketing, Friwo Gerätebau
Dennis Dusny, Head of Sales, Adaptive Energy Conversion, Bernhard Erdl, President & CEO Puls, Sebastian Fischer, Geschäftführer Traco Power, Stefan Grimm, Manager Marketing Communcations, Phoenix Contact Power Supplies, Kai Heinemann, Leiter Produktmanagement/Entwicklung, Block Transformatoren-Elektronik, Dr. Hans-Peter Lüdeke, Senior Product Manager Power Supply, Murata Europe, Markus Obritzhauser, Vice President PS & Chargers, Egston, Michael Peters, Geschäftsführer, MTM Power, Hermann Püthe, Geschäftsführender Gesellschafter, inpotron Schaltnetzteile, Uwe Scheumann, Director Sales & Business Development Northern Europe & Middle East, EOS Power, Ulrich Schwarz, Sales Director, TDK-Lambda Germany, Birgit Tunk, Mitglied der Geschäftsleitung, Syko, Oliver Walter, CEO, Camtec, Christian Werner, Sales & Marketing Manger, Mornsun Power, Stefan Westerbecke, Managing Director, RSG Electronic Components, Thomas Widdel, Vice President Business Operation On behalf of Powerbox
Die Teilnehmer des Forums in reger Diskussion.

Trotz voller Auftragsbücher und hoher Auslastung ist die Freude der Stromversorgungsspezialisten aus der DACH-Region nicht ungetrübt. Neben Problemen mit der Bauelemente-Lieferkette wird das Recruiting immer schwieriger und trägt zur Limitierung der Wachstumsmöglichkeiten bei.

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Markt&Technik-Forum »Stromversorgungen«

Statements der Teilnehmer am Markt&Technik-Forum »Stromversorgungen«

»Wir sind aus dem Jahr 2017 mit einem zweistelligen Umsatzwachstum rausgegangen und liegen derzeit auf einem Wachstumskurs von 15 Prozent«, beschreibt Kai Heinemann, Leiter Produktmanagement/Entwicklung bei Block Transformatoren-Elektronik, die aktuelle Situation am Markt. Seine Freude darüber wird aber getrübt durch die Bauelemente-Lieferkette. »Einige Bauteile sind auf Allokation; wir haben für die nächsten Monate noch ausreichend Material auf Lager, aber das ist endlich. Wenn im 4. Quartal kein Nachschub kommt, wird es harte Ausfälle geben!«

15 Prozent Plus, bei dieser Marke liegt derzeit auch die inpotron Schaltnezteile. »Wir hatten uns ein Ziel von 10 Prozent für 2018 gesetzt«, berichtet Hermann Püthe, Geschäftsführender Gesellschafter der inpotron Schaltnetzteile. »Ob wir das aufs Jahr betrachtet erreichen, hängt davon ab, wie sehr uns der Zuliefermarkt einschränkt.« Zwar hat man sich auch in der Bodenseeregion das Lager ausreichend gefüllt, »aber es schrumpft und wir kriegen den Nachschub nicht so, wie wir ihn haben möchten.« Dabei gehe es nicht um kundenspezifische Zulieferteile, die man aus Asien beziehe, »sondern um Standardbauteile wie Widerstände, Leistungshalbleiter und Relais«.

Im mittleren einstelligen Bereich hat TDK-Lambda Germany in diesem Jahr bisher zugelegt, wie Ulrich Schwarz, Sales Director des Unternehmens, erläutert. Er zeigt sich darüber erfreut, »dass die Kunden uns allmählich glauben, dass da eine dunkle Wolke auf uns zukommt, und sie deshalb ihren Planungshorizont ausweiten. Aktuell liegt die Book-to-Bill-Rate bei etwa 1,2; »wir glauben aber, dass sich das in der zweiten Jahreshälfte normalisieren wird«.

Für ein Geschäftsmodell, das auf der Lieferung ab Lager basiert wie bei Puls, ist jede Book-to-Bill über 1 schlecht, wie Bernhard Erdl, President & CEO von Puls, erläutert. »Es bedeutet ja schlicht, dass wir mit dem Ausliefern nicht mehr hinterherkommen.« Puls verwendet deshalb keine Book-to-Bill als Kennzahl. »Wir wachsen auch zweistellig und die Welt wäre herrlich, wenn wir nur die Chips, Kondensatoren und Widerstände im ausreichenden Maße bekommen würden«, schränkt er ein. Lange Lieferzeiten seien dabei das ein, steigende Preise das andere.

Wie die Realität heute aussehen kann, beschreibt Sebastian Fischer, Geschäftsführer der Traco Power: »Uns wurde vor Kurzem eine gültige AB bei Keramikkondensatoren storniert und gleichzeitig ein Angebot mit gleicher Lieferzeit, aber 40 Prozent höherem Preis nachgeschickt.« Zum Glück seien das bislang Einzelfälle. So konnte Traco Power in den ersten vier Monaten des Jahres auch um 14 Prozent in Deutschland wachsen. Bisher kämpfe man nicht mit wirklichen Schwierigkeiten, weil das Lager im letzten Jahr um 40 Prozent aufgestockt wurde. Fischer hat zudem über die letzten sechs Monate einen Preisanstieg von 3 bis 4 Prozent bei der Herstellung von Stromversorgungen beobachtet. »Wenn das so weitergeht, könnte es sein, dass sich diese Preissteigerungen auf die Endkunden niederschlagen.«