Wasserstoff für die Energiewende Norddeutschland auf dem Weg zum Top H2-Standort

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (l) und Flughafen-Chef Micheal Eggenschwiler (r) im neuen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Schlepper auf dem Vorfeld des Flughafens Hamburg.
Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (l) und Flughafen-Chef Micheal Eggenschwiler (r) im neuen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Schlepper auf dem Vorfeld des Flughafens Hamburg.

Wasserstoffbetriebene Schlepper mit Brennstoffzellen nimmt der Flughafen Hamburg in Betrieb: Norddeutschland soll Top-Wasserstoffstandort werden.

»Der Erfolg der Energiewende entscheidet sich zweifellos in Norddeutschland und wird ohne Wasserstoff nicht möglich sein«, sagte Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord, anlässlich der Übergabe des Brennstofzellen-Schleppers.

Sowohl auf norddeutscher als auch auf bundespolitischer Ebene werden derzeit Wasserstoffstrategien erarbeitet, die im Herbst 2019 veröffentlicht werden sollen. Die IHK Nord, bestehend aus zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern, hat sich mit einem Forderungspapier in den Strategieprozess eingebracht, das sie heute an Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann übergeben hat. Die IHK Nord-Vorsitzende Friederike C. Kühn ist überzeugt: »Wasserstoff als sauberer Energieträger löst viele unserer Probleme. Wir haben hier im Norden herausragende Möglichkeiten, mit der aus Windstrom gewonnenen Energie grünen Wasserstoff zu produzieren. Dem vorherrschenden Süd-Nord-Gefälle können wir nur durch eine sinnvolle Bündelung unserer Kräfte im Norden begegnen.«

Es sei wichtig, dass das Klimakabinett in seiner Sitzung am 20. September 2019 die Potenziale des Wasserstoffs erkennt und die weitere Entwicklung und Nutzung des Energieträgers unterstützt. »Um das wirtschaftliche Potenzial zu heben und die Attraktivität von Forschung, Entwicklung und Nutzung zu fördern, sollte die EEG-Umlage für aus grünem Strom gewonnenen Wasserstoff wegfallen«, forderte die IHK Nord-Vorsitzende. Nur so ließe sich die Wirtschaft motivieren zu investieren. Hamburg Airport sei dafür ein gutes Praxisbeispiel.
 
Hamburger Flughafen setzt auf H2-Technologie

Nach der heutigen Übergabe des Positionspapiers am Hamburg Airport präsentierte Flughafen-Chef Micheal Eggenschwiler, der seit 2013 zugleich Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg ist, einen Gepäckschlepper mit Wasserstoffantrieb auf dem Flughafen-Vorfeld.

Wenn sich der Betrieb bewährt, sollen nach und nach auch alle anderen rund 60 Gepäck-Fahrzeuge auf H2-Betrieb umgestellt werden. Das Testmodell wurde von den beiden Firmen MULAG und Plugpower gebaut und wird in Kooperation am Hamburger Flughafen zurzeit auf Herz und Nieren getestet, um wichtige Informationen für das Serienmodell zu erhalten. Zusammen mit dem Schlepper erhält Hamburg Airport auch eine – zunächst mobile – Wasserstoff-Tankstelle.

Internationales Wasserstoff-Symposium am 23./24. Oktober in Hamburg
 
Mit dem »International Hydrogen Symposium« bringen die IHK Nord und die Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg am 23. und 24. Oktober 2019 erstmals führende Akteure der internationalen Wasserstoffwirtschaft in Hamburg zusammen. Sie werden über das Potenzial von Wasserstoff für die Bereiche Industrie, Maritime Wirtschaft, Power-to-Gas, Logistik und synthetische Kraftstoffe diskutieren. Begleitend zum Symposium findet am 23. Oktober eine Wasserstoff-Ausstellung in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg statt. Sie soll die vielfältigen Einsatz¬möglichkeiten von Wasserstoff zeigen.