Labornetzgeräte Neue Impulse dank E-Mobility

Wenig Einfluss durch EEG-Novelle

Vergleichsweise wenig Einfluss scheint die letzte Novelle des EEG auf die Geschäftsentwicklung im Bereich Labornetzgeräte zu haben. Eine etwas überraschende Feststellung, mit Ausnahme von Heinzinger. Für die Rosenheimer hatte das PV-Geschäft nach Darstellung von Peter Bannert, Head of Sales & Marketing, »schon immer eine untergeordnete Rolle. Für die übrigen Anbieter von Labornetzteilen war die deutsche Photovoltaik-Branche in ihren Glanzzeiten, die in ihrem Klimax gerade mal etwas mehr als drei Jahre zurückliegen, durchaus eine relevante Kundengruppe. Nun hat sich der Fokus der Entwicklung auf die Speicherung der gewonnenen Energie verlagert und damit neue Bedarfe in der Entwicklung geschaffen, wie Kerl versichert. »Der Schritt in die Autonomie der Erzeugungssysteme vom Netz«, so seine Einschätzung, »lässt für das nächste Jahrzehnt noch Innovationssprünge erwarten«.


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Stromversorger

Stromversorger

Deutlich intensiver scheinen derzeit aber die Bemühungen bei Automobilherstellern und ihren Zulieferern in Sachen E-Mobility zu sein. »Mit einem Leistungsbereich unseres Produktportfolios von 10 bis 500 kVA bildet E-Mobility nach wie vor einen unserer Hauptmärkte«, versichert Dehn. Mit einer Vielzahl von namhaften Test-Systembauern, die die Automobilbranche mit maßgeschneiderten, professionellen Anlagen beliefern, zählt auch für Schwarz die Automobilbranche zu einer der wichtigsten Abnehmerbranchen.

Im Schwerpunkt geht es dabei nach wie vor um die Elektrifizierung des Autos, wie Kerl versichert, »und nicht allein um die Elektrifizierung des Antriebs«. Der schrittweise Abbau der mechanisch angetriebenen Komponenten zu Gunsten der elektrischen, führt, wie Kerl erläutert, »im Ergebnis zu Drehmoment- und Leistungserhöhungen beim Verbrennungsmotor, die mit Verbrauchseinsparungen einher gehen«. Bannert zeigt sich davon überzeugt, das im Umfeld der Elektromobilität nicht nur die reinen Elektro- und Hybridfahrzeuge eine Rolle spielen werden. »Unabhängig vom Antriebskonzept wird der Bereich elektrischer und elektronischer Fahrzeugkomponenten noch weiter an Bedeutung gewinnen«, so seine Einschätzung, »für Prüf- und Testaufgaben werden hier in Zukunft Stromversorgungen gefordert sein, die in anderen Spannungsbereichen angesiedelt sind als jene für klassische 12/24-V-Bordnetze«.

Darüber hinaus wird mit dem Einsatz der Labornetzgeräte auch intensiv am Thema Speicherung gearbeitet, stellt dies doch die letzte Hürde für den finalen Marktdurchbruch der E-Cars dar. In der Automobilbranche wird hier zweigleisig gefahren: Einerseits wird das Thema Brennstoffzelle weiter sehr intensiv untersucht, andererseits werden aber auch neue Batterie-Chemien getestet.

Intensiviert haben sich nach Auskunft der Befragten zuletzt auch die Investitionen im Bereich Smart-Grid. »Geräte von der Stange erfüllen da häufig nicht die Anforderungen der Ingenieure«, stellt Dehn fest, »schließlich geht es darum, AC-Netze zu simulieren, und die müssen wie das reale Netz bidirektional sein«. Durch modulare Systeme, so Dehn, ist hier eine feine Abstimmung der benötigten Leistung möglich.

Smart-Grid ist zwingend erforderlich, wenn man den Einsatz der regenerativen Energien erfolgreich betreiben will, versichert Kerl: »An vielen Instituten, Hochschulen und Unternehmen wird daran gearbeitet und geforscht, die Bemühungen werden intensiviert, die Teams verstärkt, und wir erwarten darum in diesem Sektor in den nächsten Jahren kontinuierlich hohe Investitionen.« Bannert sieht im Bereich der Smart-Grid-Entwicklung bislang keine starke und gezielte Nachfrage von Seiten der Kunden, »es sind bislang vielmehr vereinzelte kundenspezifische Projekte, die auf diese Anwendung zielen«.