Investoren-Geld fließt wie nie Neue Batterietechniken locken

Bis 2030 werden Lithium-Ionen-Batterien dominieren, alternative Techniken könnten ab 2025 auf den Markt kommen.

Die Investitionen in Start-ups, die neue Batterietechniken entwickeln, haben im ersten Halbjahr 2018 mit 1,5 Mrd. Dollar einen neuen Rekordwert erreicht.

Weltweit arbeiten Start-up-Firmen an der Entwicklung neuer Verfahren, um die Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern oder sie setzen gleich auf ganz neue Techniken: Batterien, die versprechen, die Leistungsdaten die der Lithium-Ionen-Typen zu übertreffen.

Doch wie immer, wenn sich neue Techniken entwickeln, gibt es viele unterschiedliche Ansätze – welche überleben und erfolgreich sein werden, ist schwer vorherzusagen. Man denke nur an die vielen Anläufe für die Entwicklung nichtflüchtiger Speicher, die die Nachteile der heute mit Abstand dominierenden Flash-Speicher ersetzen könnten – und wenn es gut geht, sogar Leistungswerte erreichten, die ihnen erlauben würden, den DRAMs und SRAMs Marktanteil wegzuschnappen oder sie gleich zu ersetzen. Der wirkliche Durchbruch blieb bisher aus.

Denn meist bedeutete neue Speichertechniken die Integration neuer Materialen und einen vom CMOS-Standard abweichenden Prozess. Neuer Fertigungstechniken, neues Equipment, reduzierte Ausbeuten – das treibt die Kosten nach oben. Häufig erwiesen sich neue Techniken für die Fertigung der Speicher-ICs hoher Kapazitäten sogar als noch schwieriger zu beherrschen, als die alte Technik, die sie ersetzen sollte. Ergebnis: Höchstens ein Nischendasein war alternativen Techniken vergönnt.

Ähnlich dürfte es vielen Batterietechniken auch ergehen. Denn wer Batterien fertigt, der wird sich sehr genau überlegen,  viel Geld in den Aufbau einer neuen Fertigungstechnologie zu investieren, von der noch nicht einmal bekannt ist, ob sie bei hohen Volumina tatsächlich wirtschaftlich sinnvolle Ergebnisse liefert – auch wenn sie zunächst einmal mit tollen Performance-Daten aus dem Labor lockt, die das Zeug hätten die alte Technik binnen kurzem abzulösen.   

So bedarf es keiner prophetischen Gaben, um vorherzusagen, dass ein erklecklicher Teil des Investorengeldes in Techniken und Start-ups wandert, die den Durchbruch nicht schaffen werden. Fast ebenso sicher ist aber, dass es einige Techniken eben doch schaffen werden.

42 Mrd. Dollar für neue Batterie-Fabs bis 2022

Denn die Marktforscher sagen dem Bedarf an Batterien für Autos ein derart hohes Wachstum vorher, dass nichts zu tun erst recht keine Option wäre. BloombergNEF prognostiziert den Bedarf der Batteriekapazität von heute 100 GWh pro Jahr auf 1.784 GWh im Jahr 2030 voraus. Bisher haben die Hersteller 16,7 Mrd. Dollar ausgegeben haben, um neue Batteriewerke rund um die Welt zu bauen. Bis 2022 sollen es weitere 42 Mrd. Dollar sind. Die großen Automobilhersteller investieren alle in den Aufbau von Batterieproduktionen, sie es auf der Zellebene oder auf der Montageebene (wobei die Zellen zugekauft werden).

Laut der International Energy Agency werden in der nächsten Dekade Lithium-Ionen-Batterien weiterhin dominieren. Ab 2025 könnten alternative Technoligen langsam auf den Markt kommen. Welche das sein werden, bleibt abzuwarten.