Kobalt-Preise steigen Lithium-Ionen-Batterien werden teurer

Die Entwicklung des Kobalt-Preises über das vergangene Jahr
Die Entwicklung des Kobalt-Preises über das vergangene Jahr

Im ersten Quartal 2018 sind die Preise von Kobalt um 20 Prozent gestiegen. Das kann auch zu steigenden Kosten für Li-Ionen-Batterien und E-Autos führen.

Deshalb arbeiten laut den Analysten von Energytrend auch schon daran, ihr Abhängigkeit von Kobalt zu reduzieren. Sie entwickeln Batterie mit einem hohen Nickelanteil sowie lithium-Ionen-Batterien mit Siliziumoxid als Kathodenmaterial und experimentieren mit beigemischten Polymeren. Im Moment aber besteht der bevorzugte Weg, um die Energiedichte der Lithium-Ionen Batterien zu erhöhen, darin Kobalt einzusetzen. Den Markt aber dominiert eine kleine Anzahl von Lieferanten und er ist von kurzfristigen Spekulationen geprägt.

Kostete das Kilogramm Kobalt Anfang 2017 noch 32 Dollar, so lag er am Jahresende bereits bei 75 Dollar, 114 Prozent darüber. Im ersten Quartal ist er noch einmal um 26 Prozent nach oben geklettert und notiert jetzt bei 95 Dollar. Solche Preisanstiege müssen sich auch auf die Batterien von Elektrofahrzeugen und damit auf die Fahrzeuge selber auswirken. Für Consumer-Produkte hat der Preisanstieg nicht so große Auswirkungen, weil hier der Kobalt-Anteil bei unter 5 Prozent liegt.

»Die Preise für Kobalt sind kurzfristigen Spekulationen unterworfen und werden mehr von den Lieferanten diktiert als dass sie sich über das freie Spiel von Angebot und Nachfrage bilden würden«, sagt Duff Lu, Senior Research Manager von Energytrend.

Während sich die Energiedichte über höheren Nickelanteil und Siliziumoxid als Kathodenmaterial erhöhen ließe, sind Polymerbeimischungen nur eine Maßnahme zur Kostenreduktion und würden die Energiedichte sogar um rund 20 Prozent reduzieren. Duff Lu rechnet damit, dass Batterien mit Polymerlösungen frühestens in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen werden. Weil der Kobaltpreis in der Vergangenheit immer wieder auch schnell gefallen ist, könne nur die künftige Preisentwicklung zeigen, ob dies der richtige Weg ist, um dem Preisdruck zu entgehen.