EOS Power Indiens Stromversorgungsmarkt wird anspruchsvoller

Ausgestattet mit neuem Fertigungs-Equipment, produziert EOS Power in Indien nicht mehr nur hochwertige Stromversorgungen für den Export; auch auf dem Binnenmarkt steigt inzwischen die Nachfrage nach höherwertigen Stromversorgungen.

Auch in Indien stellt die angespannte Lieferkette inzwischen Stromversorgungshersteller wie EOS Power vor neue Herausforderungen in der Produktionsplanung. Gute Forecast-Tools sind gefragt, und mindestens Second-Sourcing.

Um die Situation zu entspannen, scannt das Unternehmen nun neue Regionen in Ostasien nach ergänzenden Lieferanten.

Als deutsch-indisches Unternehmen, das sich bislang ausschließlich auf den hochwertigen Exportmarkt für Stromversorgungen konzentriert hat«, so Ralph Bischoff, der deutsche Director des Stromversorgungsspezialisten, »beobachten wir nun plötzlich auch eine steigende Nachfrage nach höherwertigen Stromversorgungen auf dem indischen Binnenmarkt«. EOS Power stellt seit nunmehr über 25 Jahren in einer Sonderwirtschaftszone in Mumbai sehr kompakte AC/DC-Stromversorgungen mit hohem Wirkungsgrad her. Bischoff beobachtet auch, dass zunehmend Produktion von China nach Indien verlagert wird; »damit steigt auch die Nachfrage nach indischer Produktionskapazität, auch im bislang schwachen Komponentenbereich«.

Nach Einschätzung Bischoffs könnten diese Entwicklungen ein Teil der Auswirkungen der verbesserten Rahmenbedingungen am indischen Binnenmarkt sein. So wird dem ESDM- (Electronic System and Device Manufacturing) Sektor im Rahmen der nationalen indischen Wirtschaftsförderprogramme schon seit einigen Jahren eine große Rolle zugeschrieben. Die vielfach in nationalen und internationalen Marktstudien dokumentierte geringe Quote von „High Value Added Services“ auf dem indischen Elektronikmarkt sollte erhöht und mehr Entwicklung und Produktion hochwertigerer elektronischer Güter ins Land geholt werden. Ziel dieser Bemühungen war es, sich von einer Existenz als verlängerter Werkbank mit geringen Margen zu verabschieden und gleichzeitig die hohe Importquote von rund 65 Prozent bei elektronischen Gütern auf dem indischen Markt zu reduzieren.

Direkt positive Auswirkungen dieser Anstrengungen registriert Bischoff auch für sein Unternehmen EOS Power. Trotz Beteiligung an einem zusätzlichen EMS-Fertigungsunternehmen in Mumbai und Auslagerung von Fertigungskapazitäten mit geringem Added-Value-Anteil in dieses neue EMS-Fertigungsunternehmen sorgte die gute Binnenkonjunktur und die weltweite Wirtschaftsentwicklung nach Angaben von Bischoff auch 2017 im Stammwerk erneut für ein Wachstum von rund 15 Prozent auf knapp 20 Millionen Dollar Umsatz.

So positiv die wirtschaftliche Entwicklung ist, in Zeiten einer weltweit angespannten Lieferkette kommt auch in Indien der Vorsorgepflicht gegen Lieferengpässe eine hohe Bedeutung zu. »Die Herausforderungen der Supply-Chain in der aktuellen Situation sind für indische ESDM-Unternehmen die gleichen wie weltweit«, versichert Bischoff, »da Indien bei Halbleitern, aber auch hochwertigen sonstigen Bauteilen wie Chipkondensatoren und Widerständen über nahezu keine signifikante Binnenproduktion verfügt«.

Das ebenfalls bereits im ESDM-Programm beklagte Defizit bei der Produktion hochwertiger Bauteile sorgt auch bei indischen Produzenten dafür, dass die Kunden zwar eine Bestellzeit von 8 bis 10 oder 12 bis 15 Wochen bevorzugen würden, die Lieferzeiten für die Bauteile sich jedoch auf 20 bis 22 Wochen verlängert haben.

»Gute Forecast-Tools, mindestens Dual-Sourcing und eine gewisse Bevorratung sind auch in unserer Region zunehmend die kritischen Faktoren«, so der Director von EOS Power. Um in Zukunft auf eine größere Versorgungsbasis zurückgreifen zu können, suchen die Verantwortlichen von EOS Power derzeit in neuen Regionen Ostasiens nach ergänzenden Bauteillieferanten.