Syko, Birgit Tunk Generationswechsel eingeleitet

Konzentrationsprozess in der Stromversorgungsbranche

Syko arbeitet bislang ausschließlich mit einem Direktvertrieb. Wird sich das in Zukunft ändern?

Unsere Produkte sind wegen der Systemausrichtung und der kundenspezifischen Erfüllung von Funktionalitäten extrem beratungsintensiv und unterscheiden sich vom Distributionsmarkt. Im Ausland verkaufen wir über Fachkompetenz. So haben wir in den letzten Jahren den mobilen Markt auf der Schiene und an Land in Australien erfolgreich aufgetan.

Im Jahr 2018 war die Lieferkette sehr angespannt. Sind Sie als Spezialanbieter von diesem Problem besonders betroffen oder federn die langen Planungshorizonte, die im Syko-typischen Geschäft üblich sind, diese Probleme besser ab als bei einem Standardgerätehersteller?

Unsere Kriegskasse erlaubt es uns, sehr lange vorauszuplanen und einzukaufen, zumal diese Kasse keine Zinsen abwirft. Jeder, der elektronische Bauteile einkauft, ist in der einen oder anderen Weise betroffen. Manchmal hilft es, im mittleren Stückzahlenmarkt unterwegs zu sein, denn diese Mengen sind meist doch aufzutreiben. Wir haben 2017 und 2018 sehr viel in unser Bauteilelager investiert, um auf die Kundenbedarfe reagieren zu können. Wir pflegen langfristige Beziehungen mit unseren Lieferanten, die uns bisher sehr unterstützt haben. Hier spreche ich von den Distributoren. Dagegen haben die Komponenten-Hersteller, für uns nicht nachvollziehbar, bestehende Verträge gekündigt und aus unserer Sicht sehr willkürlich gehandelt. Die geforderten Preissteigerungen können wir nicht ohne unsere Kunden abfangen. Wir haben einen Allokationszuschlag von 3 Prozent an die Kunden weitergegeben. Bedenklich ist, dass in manchen Bereichen kein Ende der Situation absehbar ist. Hier wäre der Kontakt zu den Herstellern und globalen Anbietern von Interesse, um denen unseren Markt darzustellen.

Syko hat bisher ausschließlich die Anwendungsbereiche Bahntechnik, Offshore, Verteidigungstechnik und Luftfahrt bedient. Planen Sie, in Zukunft noch in andere Marktsegmente einzusteigen?

Es ist nicht unser Ziel, in Massenmärkte einzusteigen. So haben wir nicht den Schritt in die Solartechnik sowie die LED-Lichttechnik oder auch PKW-Batterieladung getätigt. E-Mobility ist jedoch ein extrem weitreichender Begriff. Züge, Busse und Sonderfahrzeuge werden elektrisch betrieben, und hier können wir die Kundensysteme aufgrund unserer Kenntnis über Bordnetze, Hochvoltanwendungen und Batterieladung unterstützen. Wir versuchen Klarheit zu behalten und wägen den Markt über Kunden, Kompetenzbereich, Interessenkonflikte und den damit verbundenen Aufwand ab. Unsere Fokusmärkte an Land, zu Wasser und in der Luft für mobile Applikationen versprechen dabei auch weiterhin Zuwächse.

In der Stromversorgungsbranche findet ein Konzentrationsprozess statt. Wird Syko nach der Erweiterung der Geschäftsführung durch Sie mittel- und langfristig in Familienbesitz bleiben?

Wir haben derzeit alles, was einen klassischen deutschen Mittelstand ausmacht. Wir stehen gesund am Markt mit der Ausrichtung auf langfristige Qualität, sind innovativ, und unsere Kunden sind international. Unsere Kunden vertrauen darauf, dass wir unsere Produkte langfristig anbieten und die Kundensysteme auch in 20 bis 30 Jahren im Service unterstützen. Derzeit ist der Familienbesitz ganz klar einer der Erfolgsfaktoren. Sicher gibt es an unserem Markt der Leistungselektronik, hierbei beziehe ich die Gesamtkette der Lieferanten und Kunden mit ein, viele Konzentrationen über das Kapital zu beobachten. Syko ist gestärkt durch die Familie, und solange wir einen so positiven Zuspruch unserer Kunden erfahren, haben wir den Mut, auch weiterhin dynamisch, projekt- und systemspezifisch zu arbeiten.