Johnson Controls und Toshiba Gemeinsame Batterieentwicklung

Johnson Controls fertigt Lithium-Ionen und Blei-Säure-Batterien für Fahrzeuge aller Art, unabhängig davon, ob sie mit konventionellem oder elektrischem Antrieb arbeiten.
Johnson Controls fertigt Lithium-Ionen und Blei-Säure-Batterien für Fahrzeuge aller Art, unabhängig davon, ob sie mit konventionellem oder elektrischem Antrieb arbeiten.

Toshiba Infrastructure Systems & Solutions wird mit Johnson Controls Rekuperations-Batteriesysteme für Fahrzeuge entwickeln.

Im Rahmen des Abkommens will Toshiba Infrastructure Systems & Solutions Cooperation zusammen mit Johnson Controls Power Solutions am Standort in Holland/Michigan Lithium-Ionen-Batterien weiter entwickeln und sie mit der existierenden Bleisäure-Batterien zu Dual-Battery-Systemen kombinieren. Sie werden eingesetzt, um Bremsenergie in elektrischen und hybriden Fahrzeugen zu speichern, um sie wiederverwenden zu können, etwa beim Beschleunigen. Solche Batterien müssen sich sehr schnell laden und entladen lassen. Ab 2020 sollen die Systeme auf den Markt kommen. Rund 20 Prozent der neu gebauten Elektrofahrzeuge werden bis 2025 laut IHS Markit mit solchen Li-Ion-Bleisäure-Kombinationen ausgestattet sein. Dieses Segment entwickelt sich damit zum schnellst wachsenden innerhalb der Elektrifizierung von Fahrzeugen. Weil der Antriebsstrang auf Basis dieser Systeme kaum geändert werden muss, können sie die Automobilhersteller über verschiedene Produktlinien einsetzen, zu einem vergleichsweise geringen Investitionsaufwand. Dafür können Rekuperationssysteme im Auto bis zu 20 Prozent Treibstoff bzw. Strom sparen.

Laut Craig Rigby, Advanced Market and Technology Strategist von Johnson Controls Power Solutions, sind Kombinationen aus Li-Ionen und Blei-Säure-Batterien die effektivste Möglichkeit, die Elektrifizierung auf der Niederspannungsebene im Fahrzeug (48 V) zu realisieren. Jede Batterie kann dann die Aufgaben übernehmen, für die sie am Besten geeignet sei. In Hybridfahrzeugen startet eine 12-V-Blei-Säure-Batterie den Verbrennungsmotor, eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie speichert die Energie, die aus den Bremsen gewonnen wird und versorgt große elektrische Lasten wie den Elektromotor und die Klimaanlage mit elektrischer Energie.

Am 13. November hatte Johnson Controls International bekannt gegeben, das Power Solutions Business für 13,2 Mrd. Dollar an Brookfield Business Partner zu verkaufen. Johnson Controls International will sich künftig auf das Gebäudegeschäft konzentrieren. Die 15.000 Mitarbeiter des Power Solutions Business entwickeln und fertigen in 50 Werken rund um die Welt Batterien für Fahrzeuge. Pro Jahr stellt Johnson Controls 154 Mio. Batterien her, was ein Drittel des weltweiten Gesamtmarktes entspräche. Im Juni 2019 soll die Transaktion abgeschlossen sein. Im Finanzjahr 2018 hatte Johnson Controls einen Umsatz von 31,4 Mrd. Dollar (2017: 30,2 Mrd. Dollar) erzielt, die Power Solutions Business trug 8 Mrd. Dollar (2017: 7,33 Mrd. Dollar) bei.

Im Sommer hatte die Toshiba Infrastructure Systems & Solutions Cooperation (TISS) mit der brasilianischen Companhia Brasileira de Metalurgia e Mineração ein Abkommen unterzeichnet, um gemeinsam Niobtitanoxid-Anoden zu entwickeln, die anstatt der Lithiumtitanoxid-Anoden in den Li-Ionen-Batterien der SCiB-Typen von TISS  für Autos zum Einsatz kommen sollen. Das neue Anoden-Material könne gegenüber herkömmlichen graphitbasierten Anoden die Speicherkapazität von Li-Ionen-Batterien verdoppeln. TISS hatte im vergangenen Jahr erstmals den neusten SCiB-Typ vorgestellt, in dem eine derartige Anode arbeitet. Ab 2020 soll der neue SCiB-Typ auf den Markt kommen.