Solarstromspeicher Fallende Batteriepreise treiben den Markt

Von Marketing versteht Elon Musk wirklich was. Sei es nun Tesla oder SolarCity: Er vermag Reizpunkte zu setzen. Ein Preis von 3100 Euro für eine 7-kWh-Solarstrom-Speicheranlage, wie Musk in angekündigt hat, ist eine Kampfansage für dieses noch junge Marktsegment.

Nachdem Tesla bislang einphasige Lösungen mit 7 und 10 kWh anbietet, sollen bereits im ersten Quartal 2016 dreiphasige Modelle folgen.

Laut den jüngsten Zahlen des BSW-Solar wurden in Deutschland bislang insgesamt über 20.000 Solarstromspeicher installiert. Führende Marktforschungsinstitute wie IHS oder Bloomberg New Energy rechnen mit einem jährlichen Speicher-Zubau von weltweit bis zu 10 GWh im Jahr 2020. Blickt man auf Deutschland, hat sich allein hier die Zahl der installierten Solarstromspeicher in den letzten 12 Monaten verdoppelt. Verantwortlich dafür dürften in erster Linie die fallenden Preise sein: Laut BSW Solar gingen sie vom Sommer 2014 bis zum Sommer dieses Jahres um 26 Prozent zurück.

»Der potentielle Markt ist riesig und wird getrieben durch die fallenden Preise«, versichert auch Alfred Karlstetter, General Manager Europe bei SolarEdge, »vor diesem Hintergrund erscheint eine Verdoppelung der installierten Systeme in diesem Jahr durchaus möglich.« SolarEdge arbeitet bei seinen Solarstrom-Speicherlösungen als Entwicklungs-Partner mit Tesla zusammen. Auf der Intersolar 2015 zeigte das Unternehmen einphasige 7- und 10-kWh-Lösungen, 3-phasige Lösungen sollen folgen.

Neben dem Anschaffungspreis dürfte aber noch eine andere Komponente von entscheidender Bedeutung für die Investitionsentscheidung sein: die Lebenszeit, oder die Gesamtspeicherkapazität des Solarstromspeichers. Während 10 Jahre Garantie oder eine Zyklenlebensdauer von 6000 Lade- und Entlade-Zyklen inzwischen fast Standard sind, gibt es bei der Gesamtspeicherkapazität deutliche Unterschiede. Mit 18,5 MWh im Fall der 7-kWh-Lösung liegt SolarEdge / Tesla da in den oberen Regionen, wobei es durchaus Anbieter gibt, die hier beispielsweise auf einen Wert von 20,9 MWh kommen.

Je dynamischer sich die Nachfrage und damit der Markt entwickelt, desto geringer dürfte in Zukunft die Bedeutung der KfW-Förderung sein. In der Vergangenheit entfielen knapp die Hälfte der Lösungen auf geförderte Solarstrom-Speicheranlagen. So verkaufte Sanec nach Zahlen der RWTH im Vorjahr etwas über 450 geförderte Systeme, bei SMA waren rund 350, ein Niveau, auf dem sich in etwa auch die Sonnenbatterie bewegte. Die Nummer 4 in diesem Ranking, E3DC, lag bereits bei nur noch 200 geförderten Systemen.