BMW, BASF und Samsung Faires Kobalt aus dem Kongo

Das Mischoxid Nickel-Kobalt-Mangan (NCM) unter dem Elektronenmikroskop. Es wird als Kathodenmaterial verwendet. Die GIZ soll im Auftrag von BMW, BASF und Samsung zeigen, wie sich Kobalt unter menschenwürdigen Bedingungen im Kongo abbauen lässt.
Das Mischoxid Nickel-Kobalt-Mangan (NCM) unter dem Elektronenmikroskop. Es wird als Kathodenmaterial verwendet. Die GIZ soll im Auftrag von BMW, BASF und Samsung zeigen, wie sich Kobalt unter menschenwürdigen Bedingungen im Kongo abbauen lässt.

Die GIZ soll im Auftrag von BMW, BASF und Samsung ein Pilotprojekt für den fairen Abbau von Kobalt erproben.

In der Pilotmine will die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) über einen Zeitraum von drei Jahren zeigen, wie sich Kobalt unter menschenwürdigen Bedingungen in der Demokratischen Republik Kongo im Kleinstbergbau abbauen lässt. Das Projekt konzentriert sich auf eine Pilotmine, in der Kobalt mit nicht-industriellen Methoden abgebaut wird. Die Projektpartner werden nicht Betreiber dieser Mine sein.

BMW will Kobalt grundsätzlich selbst einkaufen, um die Lieferkette besser kontrollieren zu können, und den Rohstoff von 2020 an seinen Batteriezell-Lieferanten CATL und Samsung bereitstellen.

Schwerpunkt des rein privat finanzierten Pilotprojekts ist es, erste Ansätze zu erproben, die die Arbeits- und Lebensbedingungen der Minenarbeiter sowie umliegender Gemeinden verbessern. Ist das Projekt erfolgreich, können diese Ansätze langfristig auf weitere nicht-industrielle Minen übertragen werden.

Kobalt ist ein Schlüsselelement für die Produktion von Batterien für die Auto- und Elektronikindustrie. Die weltweit größten bekannten Reserven dieses Rohstoffes befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo. Zu 80 bis 85 Prozent erfolgt die Kobalt-Förderung im Kongo industriell, 15 bis 20 Prozent des Abbaus erfolgen mit nichtindustriellen Methoden. Die größte Herausforderung ist es, die Einhaltung von Menschenrechten, Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards beim nichtindustriellen Abbau von Kobalt sicherzustellen.

Zum ersten Mal haben sich Partner aus der Automobil-, Chemie- und Elektronikbranche zusammengefunden, um mit einem konkreten Projekt den Problemen bei der Kobalt-Förderung in der Demokratischen Republik Kongo zu begegnen. Das Pilotprojekt basiert auf einer Machbarkeitsstudie der GIZ und der BMW Group. In die Projektplanung sind unter anderem Erkenntnisse aus Besuchen vor Ort, Interviews mit Stakeholdern sowie Umfragen unter Minenarbeitern und Anwohnern eingeflossen.

Das Projekt soll langfristig auch dazu beitragen, die Ziele weltweiter Initiativen zur Förderung von nachhaltigen Lieferketten zu unterstützen, beispielsweise der Global Battery Alliance (GBA).