In Eigenverwaltung sanieren und produzieren ESUG-Schutzschirm bietet PV-Spezialisten zweite Chance

Solarwatt und centrotherm photovoltaics machen es vor - andere mit Schwierigkeiten kämpfende Unternehmen der Solarbranche könnten in Zukunft folgen. Das seit 1. März 2012 geltende Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen, kurz ESUG, könnte sich für einige kriselnde Unternehmen der PV-Branche und ihre Zulieferer als Rettungsanker erweisen.

»Unter den gegebenen Bedingungen bietet das Schutzschirmverfahren der Solarwatt die notwendige Flexibilität für eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens. Sobald unsere Finanzierung auf eine stabile Basis gestellt ist, kann Solarwatt seine Kompetenzen in den Bereichen Solarsysteme, Stromspeichertechnik und innovative Solarmodule im Interesse aller Stakeholder des Unternehmens besser nutzen«, gibt sich Detlef Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der Solarwatt nach der bereits im Juni erfolgten Eröffnung des vorläufigen Schutzschirmverfahrens in Eigenverantwortung nach §270b InsO zuversichtlich.

»Mit diesem Verfahren kann der Vorstand der Solarwatt die Möglichkeiten der zum 1. März 2012 novellierten Insolvenzordnung mit dem Ziel einer nachhaltigen Sanierung in vollem Umfang und im Sinne seiner Gläubiger, Kunden, Mitarbeiter und weiteren Stakeholder in Anspruch nehmen«, so der renommiert, in die Sanierung der Solarwatt eingebundene Restrukturierungsexperte Andres Ziegenhagen, Partner der international tätigen Wirtschaftskanzlei Salans LLP, »das Schutzschirmverfahren nach § 270 InsO gilt als das sanierungsfreudlichste Verfahren, welches das deutsche Recht vorsieht«.

Der Solarwatt fiel die Pionierrolle beim Antrag auf das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung am Amtsgericht Dresden zu. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte nur weniger als eine Handvoll kleinerer Unternehmen aus anderen Branchen die Chancen des Antrags auf Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung genutzt. Aufgabe des Vorstandes der Solarwatt war es, dem Amtsgericht Dresden bis zum 31. Juli ein detailliertes Sanierungskonzept vorzulegen, über das nach Prüfung durch das Gericht dann die Gläubigerversammlung abzustimmen hat. Entscheidet sich diese dann für das Sanierungskonzept, würde das Schutzschirmverfahren aufgehoben und die Solarwatt kann ihr operatives Geschäft als saniertes Unternehmen fortführen.

Bis zu dieser Entscheidung läuft der Geschäftsbetrieb der Solarwatt unter dem Schutzschirm des ESUG unverändert weiter, so dass die Kunden ihre Ware in bewährter Qualität erhalten. Kunden, die sich für Produkte des Unternehmens entscheiden, können auch künftig die branchenüblichen Gewährleistungsansprüche und Garantien in Anspruch nehmen, die ihm Rahmen einer Versicherungslösung ohne Mehrkosten für die Kunden zur Verfügung gestellt werden. Forderungen aus in Auftrag gegebenen Lieferungen und Leistungen, werden regulär beglichen. Über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit sind zudem die nächsten drei Monatsgehälter der angestellten Mitarbeiter nach der Beantragung des Schutzschirmverfahres gesichert.