Eaton Electric Dreiphasige USV-Anlagen im White Space?

Bei der Auslegung von Rechenzentren galt die strikte Trennung von Grob- und Feintechnik »bislang als fester Grundsatz«, sagt Simon Feger, Vertrieb DE/CH bei Eaton. Infrastruktureinrichtungen wie Klimatisierung und USV-Anlage wurden jenseits der Serverfläche in separaten Technikräumen untergebracht. Die USV im White Space, also in der Rackebene, dagegen »garantiert organisches Wachstum und geringere Übertragungsverluste«.

Neben Sicherheitsaspekten gab es für dieses Vorgehen »vor allem wirtschaftliche Gründe«, betont Feger. So erzeugten insbesondere die bevorzugt eingesetzten dreiphasigen Doppelwandler-USVs wegen ihrer Bauart und ihrer hohen Leistungsdichte »solch immense Abwärmemengen, dass ein Betrieb innerhalb der Serverfläche zu einem enormen Anstieg von Klimatisierungskosten geführt hätte«.

Ist die Trennung von Grob- und Feintechnik unter technischen Gesichtspunkten durchaus sinnvoll, so kann sich dieses Prinzip jedoch in puncto Flexibilität als Hemmschuh erweisen: Organisches Wachstum, die Zunahme der Leistungsdichte pro Serverschrank sowie die Verbreitung von Blade-Server-Systemen haben in den letzten Jahren vielerorts dazu geführt, dass die für Unterverteilung und USV vorgesehenen Räume zu klein werden. Dann bleibt als Ausweg nur eine Erweiterung der Gebäudefläche, etwa durch einen Anbau, was nicht nur zu hohen Kosten, sondern auch zu oftmals nicht tolerablen Unterbrechungen des RZ-Betriebs führen würde. Übergangsweise kann die USV-Technik auch in einen separaten Technikcontainer ausgelagert werden.

»Eine relativ neue, aber dafür weitaus tragfähigere Alternative ist die Integration der USV in die Rackebene, den sogenannten White Space«, erläutert Feger. Fortschrittliche transformatorlose USV-Systeme mit Hocheffizienz-Technik erzeugen heute nur noch geringe Verlustleistungen, so dass sie die stromhungrige RZ-Klimatisierung »kaum belasten«. Betreiber gewinnen dadurch deutlich mehr Flexibilität bei der Konzeption der unterbrechungsfreien Stromversorgung. Die Anlagen lassen sich wahlweise entweder an der Wand des Serverraums montieren oder direkt in eine Serverreihe integrieren. Dank optimierter Luftführung unterstützen neuere USV-Systeme auch die Einbindung in ein energiesparendes Einhausungssystem. In jedem Fall kann die USV-Lösung so auch künftig organisch mit der Anzahl der Server mitwachsen. Ein weiterer Pluspunkt: »Die Leitungswege zwischen USV und Server verkürzen sich, was Energieübertragungsverluste nachhaltig reduziert.«