Bahntechnik trotzt der Corona-Pandemie Die Spur gehalten dank Projektgeschäft

Moderne Hochleistungselektronik, wie sie beispielsweise in der Bahntechnik zum Einsatz kommt, braucht leistungsstarke, maßgeschneiderte Flüssigkeitskühlkörper. Das Programm von CTX Thermal Solutions reicht von einfachen Flüssigkeitskühlkörpern bis hin zu kompletten Kühlsystemen. Bei den Standardausführungen der Flüssigkeitskühlkörper werden drei grundsätzliche Kühlkörpertypen unterschieden: VLCP-, Blister- und Ultra-Hochleistungs-Kühlkörper. VLCP-Kühlkörper wurden speziell für die Kühlung von Hochleistungsdioden entwickelt. Blister-Kühlkörper eignen sich vor allem für Applikationen, bei denen eine robuste mechanische Platte für die Montage der Elektronikmodule erforderlich ist. Dabei werden die Kühlkanäle nicht in die Grundplatte gefräst, sondern in die Deckplatte gestanzt. Im Innern der Kühlkanäle erhöht eine Rippenstruktur die kühlende Oberfläche. Ein spezielles Herstellungsverfahren der Kühlkanäle senkt die Fertigungskosten und bietet eine größere Flexibilität bei den Montagebohrungen. Den Ultra-Hochleistungskühlkörpern gemein ist eine extrem große Oberfläche. Diese wird wahlweise erreicht durch eine Rippenstruktur im Innern der Kühlkanäle oder durch speziell gefräste, verästelte Kanäle, sogenannte »meso channels«. Eine weitere Variante stellen in eine Aluminiumplatte eingelassene, breite und eng nebeneinander liegende Kupferrohre dar, bei denen die Hitze aus dem Bauelement durch mehr Kühlflüssigkeit schneller abtransportiert werden kann. Solche Ultra-Hochleistungskühlkörper bieten sich beispielsweise für die Kühlung von Hochleistungs-IGBT-Modulen an. Sämtliche der genannten Flüssigkeitskühlkörper zeichnen sich durch einen geringeren Druckverlust gegenüber vergleichbaren Kühllösungen aus.
CTX Thermal Solutions, www.ctx.eu, Halle B1, Stand 560

Bahntechnik, das sind langlebige Investitionsgüter. Unbeeindruckt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie arbeitet die Branche darum aktuell noch laufende Projekte ab. Die großen Trends der Branche lauten weiter Digitalisierung und autonomes Fahren.

Nein, bisher hätten sich die Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie noch nicht auf die Geschäftsentwicklung im Bereich Bahntechnik ausgewirkt, so die einheitliche Aussage der für diesen Artikel befragten Unternehmen. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben: Projektgeschäft und Beschaffungszyklen. So berichtet etwa Peter Albert, Vorstand der Eltec Elektronik, zwar von einer teilweise eingeschränkten Kommunikation mit Lieferanten und Kunden, »doch laufende Projekte werden weitgehend gemäß dem ursprünglichen Zeitplan bearbeitet«.

Steffen Heinrich, Technischer Geschäftsführer der MTM Power, erläutert, dass viele Projekte im Bahngeschäft mit länger laufenden Umsetzungszeiträumen untersetzt sind, »und viele dieser Projekte waren eben bereits vor dem Auftreten der Pandemie terminiert, deshalb erwarten wir keine großen Auswirkungen auf bereits in der Produktion befindliche Fahrzeuge«. Etwas anders sieht es bei Projekten aus, die noch nicht final entschieden waren. »Da gehen wir davon aus, dass sie mit zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden.«

Jürgen Steinhäuser, Sales and Marketing Manager sowie Member of the Board bei Elesta, erwartet nach aktuellem Stand der Dinge, dass Covid-19 einen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres haben wird, »da die Projekte gerade dann, wenn es in die Testphase geht, nicht so getaktet werden können, wie dies geplant war«. Vor diesem Hintergrund rechnet Steinhäuser auch mit einem leichten Rückgang im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020.

Giovanni Rodio, Vertriebsleiter bei der Autronic Steuer- und Regeltechnik, sieht das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 bislang von der Corona-Krise unbeeinflusst. »Wir bewegen uns gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf gleichem Level und registrieren sogar leichte Zuwächse.« Eine Entwicklung, die nach seiner Einschätzung auch dem Umstand zu verdanken sein könnte, »dass die Zeit im Homeoffice bei unseren Kunden dazu genutzt wird, um ungestört an neue Projekte heranzugehen«.

»Was das 1. Quartal 2020 anbelangt, wurden unsere Erwartungen in den Bereichen Computer für Rolling Stock und Wayside sowie im Infrastrukturbereich erfüllt«, versichert Norbert Hauser, Vice President Marketing bei Kontron Europe. »Allerdings kommt es bei den Projektimplementierungen zu den ersten Verzögerungen. Welchen Einfluss das auf das laufende Geschäftsjahr haben wird, ist aber aktuell nur sehr schwer einschätzbar.«

Auch Steve Roberts, Innovation Manager bei Recom Engineering, geht davon aus, dass sich das Projektgeschäft mit kundenspezifischen Lösungen auch 2020 weiter dynamisch entwickeln wird. Recom hatte Anfang 2019 durch den Zukauf des italienischen Bahntechnik-Spezialisten PCS sein Engagement im Bereich Bahntechnik deutlich erhöht. Wie die übrigen Befragten verweist auch Roberts darauf, dass Investitionen im Bereich der Bahntechnik langfristig getätigt werden und die aktuelle Corona-Krise darum vorerst keinen Einfluss auf die Auftragsvergabe haben dürfte.

Zum Zeitpunkt der Recherche für diesen Artikel war noch nicht bekannt, dass die InnoTrans2020 abgesagt und auf den 27. bis 30. April 2021 verschoben wird. Aus diesem Grund berücksichtigten alle Befragten die Messe noch in ihren Terminkalendern. »Bei einem Ausfall würde die Branche eine wichtige Kommunikationsplattform verlieren«, befürchtete etwa Albert. Nach Angaben von Rodio gab es jedoch bereits Anfang/Mitte April inoffizielle Infos, vor allem aus dem Ausland, dass die Messe verschoben werden soll und keine Anzahlungen, Buchungen oder ähnliches vorgenommen werden sollen.

Für Roberts in gewisser Weise nachvollziehbar. »Die logistische Vorbereitung für eine Messe dieser Größe ist enorm und muss lange vor dem August erledigt sein. Wenn 160.000 bis 200.000 Besucher erwartet werden, dann benötigen die Planungssicherheit.« Aus Sicht von Steinhäuser schwebten Reisebeschränkungen für Besucher aus dem Ausland über dem ursprünglichen Termin im September dieses Jahres. »Aus dem Grund war es unerheblich, wie sich die Situation bei uns darstellt.« Für Hauser kommt der InnoTrans als Leitmesse der Branche »eine hohe Wichtigkeit und strategische Bedeutung zu«. Heinrich dürfte deshalb mit seiner Einschätzung der Absage nicht allein sein: »Für uns hat sich diese Messe im Laufe der Jahre zum wichtigsten Event für unser Bahngeschäft entwickelt.« Ein Ausfall, so der MTM-Power-Geschäftsführer, wäre darum auf jeden Fall von Nachteil.