Schwimmende Photovoltaik-Anlage Die einmalige Lage erhöht den Energiegewinn deutlich

Photovoltaik-Pilotprojekt auf einem Schweizer Bergsee auf 1810 Meter über dem Meeresspiegel.
Photovoltaik-Pilotprojekt auf einem Schweizer Bergsee auf 1810 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Floating-Photovoltaik-Anlage auf dem Schweizer Bergsee Lac de Toules liegt nicht nur idyllisch, sie ist auch hocheffizient. Der Grund dafür ist ihr besonderer Standort in den Walliser Alpen.

Durch die dünnere Luftschicht und die höhere UV-Strahlung kann die Photovoltaikanalage  bis zu 50 Prozent mehr Sonnenenergie generieren. Von Vorteil ist zudem, dass im Winter das Licht durch den Schnee reflektiert wird.

Die Pilotanlage wird zunächst die Solarenergie für den Jahresverbrauch von rund 220 Haushalten generieren. Ist das Pilotprojekt in den Walliser Alpen erfolgreich, soll künftig Strom für über 6000 Haushalte erzeugt werden.

Aktuell umfasst die Pilotanlage 36 doppelseitige Photovoltaik-Module auf einer Fläche von 2240 m² mit einem erwarteten Ertrag von 800’000 kWh pro Jahr. Für eine sichere und verlustfreie Stromübertragung unter den herausfordernden Bedingungen sorgen unter anderem die PV-Steckverbinder von Stäubli, die extremen Temperaturen von bis zu -30 °C standhalten müssen.

Energiegewinnung auf dem Wasser

Seit ein paar Jahren bieten Floating-Photovoltaik-Anlangen auf ungenutzten Wasserflächen wie auf Bagger- oder Stauseen, Meeresküsten, Lagunen, Kläranlagen oder Dämmen eine interessante Möglichkeit zur Solarstromproduktion. Seit den ersten kommerziellen Systemen in Kalifornien 2008 sind zwischenzeitlich einige weitere Testanlagen sowie auch kommerzielle Anlagen in Asien, hier vor allem in  China und Singapur, sowie in Europa installiert worden. Schwimmende PV-Kraftwerke bieten den Vorteil, weitere Flächen zur Energiegewinnung nutzen zu können, gerade vor dem Hintergrund der Bodenknappheit. Zudem ist die Effizienz der Anlagen durch die Wasserkühlung gepaart mit der Reflexion der Sonneneinstrahlung auf der Wasseroberfläche höher als bei herkömmlichen Systemen.

In Kombination mit Wasserkraft bzw. Pumpspeicher-Kraftwerken ergeben sich weitere Möglichkeiten: Einerseits mehr Betriebsflexibilität z.B. bei Wassermangel, gleichzeitig kann auch eine eventuelle Schwankung in der PV-Stromerzeugung kompensiert werden.