Digitalisierung des Bauprozesses Das Rechenzentrum der Sagrada Familia

Innen- und Außenansicht des Containers.
Innen- und Außenansicht des Containers.

Die Sagrada Familia ist eine der großen Touristenattraktionen in Barcelona. Auf der Baustelle arbeiten Architekten, Künstler, Ingenieure, Techniker und Vertreter vieler weiterer Berufsgruppen – und ein Rechenzentrum. Aber was sucht ein Rechenzentrum auf der Baustelle einer Kirche?

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Digitalisierung des Bauprozesses

Das Rechenzentrum der Sagrada Familia.

Die besondere Architektur dieses Kirchenbaus – Gaudi brachte den „Modernismo“ ein, nun finden sich auch noch modernere Einflüsse am Kirchengebäude –  zieht die Besucher in ihren Bann. Was den allermeisten verborgen bleibt: Auf der Baustelle versieht ein veritables Rechenzentrum seinen Dienst. Und zwar in einem äußerlich unscheinbaren Container, in dem – falls er ihnen überhaupt auffallen sollte – die Besucher höchsten Gerätschaften für die Bauarbeiten vermuten.  

Als Antonio Gaudi den Bau der Sagrada Familia 1883 in Barcelona übernahm, konnte er nicht ahnen, mit welchen Hilfsmitteln die Architekten und Ingenieure im Jahr 2016 dieses Werk seiner Vollendung entgegen führen würden. Wenn alles nach Plan verläuft, dauern die Arbeiten noch bis 2026, denn zum Hundertsten Todestag Gaudis soll die Sagrada Familia eingeweiht werden. Gemessen an der Bauzeit insgesamt befinden sich die Verantwortlichen also im Endspurt.

Die Bauarbeiten gehen allerdings längst nicht mehr so voran wie zu Zeiten des Meisters. Die Architekten und Ingenieure sind dabei, den gesamten Bauprozess zu digitalisieren. Bis ins Detail wird alles in 3D-Modellen repräsentiert. Zudem überwacht eine Vielzahl von Sensoren den Bau, beispielsweise Vibrationssensoren. Und für die Sicherheit der gesamten Baustelle sorgen viele Kameras, die über die gesamte Fläche installiert sind. Um all die Daten zu verarbeiten, ist ein eigenes Rechenzentrum erforderlich. Eine Bedingung dafür war: Das Rechenzentrum muss vor Ort auf der Baustelle im Zentrum des Geschehens lokalisiert sein. Denn die meisten Ingenieur- und Architekturbüros sind in unmittelbarer Nähe der Baustelle angesiedelt, vor allem aber dulden die viele Überwachungskameras keine Latency, deshalb sollten die Übertragungswege kurz sein.

Doch wie installiert man ein Rechenzentrum auf einer Baustelle? Die beteiligten, die mit dem Bau der Sagrada Familia beschäftigt sind, hatten verschiedene Anforderungen: Es sollte schnell und zu vorhersagbaren Kosten installiert werden. Außerdem sollte es sich innerhalb der Baustelle versetzen lassen, also mobil sein.

Für solche Anforderungen hat Schneider Electric die mobilen Datencenter ausgelegt, die in mobilen Containern vorgefertigt angeliefert werden. Die Container enthalten alles, was ein Rechenzentrum benötigt, einschließlich Kühlung, USV, Stromverteilung und Brandschutzvorrichtungen. Das Rechenzentrum für die Baustelle der Sagrada Familia hat Schneider Electric in zwei Containern geliefert, innerhalb weniger Stunden war es aufgestellt und nahm 2014 seine Arbeit auf. Insgesamt nimmt es eine Fläche von 7,6 m x 5,6 m ein, die Höhe beträgt 3,4 m. Es ist für eine Leistung von 96 kW ausgelegt, zwei Drittel dieser Leistung werden derzeit genutzt. Es besteht also noch genügend Platz zur Verfügung, um die Rechenleistung auszubauen. Und wenn es die Verhältnisse auf der Baustelle erfordern, kann das Rechenzentrum auch schnell an einen neuen Platz umziehen.