Größer als die Tesla-Gigafactory CATL stürmt in der Batteriezellenfertigung voran

Blick in die Fertigung von CATL
Blick in die Fertigung von CATL

Der chinesische Batteriehersteller CATL plant mit einem neuen Werk sogar die Gigafactory von Panasonic und Tesla in den Schatten zu stellen und könnte Panasonic zu überholen.

Erst vor sieben Jahren gegründet, bereitet der chinesische Batteriehersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) bereits seinen auf 2 Mrd. Dollar geschätzten Börsengang vor. Der größte Teil des Geldes aus dem Börsengang wird in den Bau eines neuen Werkes fließen, das sogar die Gigafactory von Panasonic und Tesla in Arizona übertrifft: Batterien mit einer Kapazität von insgesamt 50 GWh sollen dort pro Jahr produziert werden. Zum Vergleich: Die Gigafactory in Arizona kommt auf 35 GWh pro Jahr.

Die bisherigen Zahlen von CATL sind beeindruckend. 2015 erzielte das Unternehmen auf einen Umsatz von 5,7 Mrd. Yuan, 2016 sprang er auf 14,8 Mrd. Yuan und 2018 erreichten die Chinesen mit 18.000 Mitarbeitern fast 20 Mrd. Yuan. Schon heute bezeichnet sich das Unternehmen stolz als den ersten chinesischen Batteriehersteller, der die globale Lieferkette versorgt. Seit 2012 liefert CATL Batterien für den X1 von BMW, aber auch Batterien in Autos von Volkswagen und Daimler stammen von CATL.

Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum. Die Analysten von Techno Systems Research sehen Panasonic, den bisher größten Hersteller von Li-Ionen-Batterien in diesem Jahr zwar noch mit einem Marktanteil von 18 Prozent knapp vorne, doch nur 1 Prozentpunkt dahinter folgt bereits CATL, der ihrerseits mit einem Anteil von 15 Prozent BYD, der bisher größte Hersteller in China, auf den Fersen ist.

Ein Grund für das schnelle Wachstum ist das »New Energy Vehicle«-Programm der chinesischen Regierung. Dabei handelt es sich um elektrifizierte Fahrzeuge, sie sollen 2019 auf einen Anteil von 10 Prozent kommen, 2020 auf 12 Prozent. Als » New Energy Vehicles« zählen nur solche Autos, die mit Batterien von Firmen ausgestattet sind, die die chinesische Regierung vorschlägt. Laut Nikkei Asian Review kann CATL aus dieser Regelung Vorteile für sich ziehen.

Derzeit sind die Preise für die Batterien gegenüber Verbrennungsmotoren noch zu hoch. Die Hersteller wollen die Kosten senken, indem sie die Kapazitäten erhöhen. Dementsprechend planen neben CATL auch Hersteller wie Panasonic, Samsung SDI und LG Chem ihre Kapazitäten zu erhöhen – gegenüber 2016 steigen sie laut IHS Markit bis 2020 um 350 Prozent. CATL rechnet damit, dass der Preis von 100 Dollar pro kWh bis 2020 erreicht werden könnte.

Doch auch hohe Rohstoffkosten sind ein Problem für die Li-Ionen-Batterien. So hat sich der Preis für Kobalt über die vergangenen zwei Jahre verdreifacht. Teilweise sichern die OEMs über direkte Verträge mit den Rohstofflieferanten den Bezug für ihre Batteriezellenhersteller, um schlussendlich ihrerseits nicht ohne Energiespeicher da zu stehen.