Das Rennen ist offen Batterien, Brennstoffzellen oder doch E-Fuels?

Audi gehört zu den Herstellern, die auf power-to-Gas setzen. Diese 2013 in Betreib genommene Anlage im niedersächsischen Werlte stellt Methan her, mit dem 1500 Autos klimaneutral fahren können.
Audi gehört zu den Herstellern, die auf Power-to-Gas setzen. Diese 2013 in Betrieb genommene Anlage im niedersächsischen Werlte stellt Methan her, mit dem 1500 Autos klimaneutral fahren können.

Gehört den Batterie-Autos die Zukunft, oder können sich Brennstoffzellen und synthetische Kraftstoffe Marktanteile sichern?

Der Preis für E-Auto-Batterien ist über die vergangenen Jahre kräftig gefallen. 170 Euro/kWh mussten die Autofahrer im vergangenen Jahr bezahlen, ein Viertel weniger als noch ein Jahr zuvor. Vor acht Jahren waren es gar 600 Euro/kWh. Diese Zahlen hat Horváth & Partner laut FAZ ermittelt und prognostiziert für 2020 einen Preis von unter 100 Euro/kWh.

Danach sieht es also so aus, als ob die batteriebetriebenen E-Autos das Rennen schon gewonnen hätten. Davon ist auch Branchenexperte Ferdinand Dudenhöfer überzeugt. Selbst große Batterien seien in wenigen Jahren auch für unter 10.000 Euro erhältlich: »Dann ist die teure Brennstoffzelle tot.«

Doch was ist mit E-Fuels? Sie werden hergestellt, in dem der aus der Elektrolyse gewonnene Wasserstoff mit CO2 zu Methan reagiert. Doch erstens zeichnet sich der Prozess durch einen sehr schlechten Wirkungsgrad aus. Zweitens läuft er nur umweltfreundlich ab, wenn der Strom aus regenerativen Quellen stammt.  Es ist umstritten, ob überhaupt genügend Strom dafür bereit gestellt werden kann.  Nach einer Studie der Deutschen Energie-Agentur im Auftrag des VDA würde der Bedarf an erneuerbarem Strom für den EU-Verkehrssektor im Jahr 2050 etwa dem Sieben- bis Zehnfachen der aktuellen jährlichen erneuerbaren Stromproduktion in der EU entsprechen. Und gut 80 Prozent dieses Strombedarfs gingen demnach auf das Konto der E-Fuels.

Allerdings haben e-Fuels auch Charme: Denn die Motoren müssten sich nicht ändern, die Infrastruktur auch nicht. Der VDA sieht denn auch großes Potenzial, sobald die Kosten im Griff sein. »Erdölunabhängige E-Fuels sind wichtig für das Erreichen der Klimaziele«, heißt es in einem VDA-Statement. Sie könnten zusätzlich zu alternativen Antrieben eine weitere Option für eine »klimaneutrale Mobilität der Zukunft« sein. Und: weil sie mit Tankstellen und Motoren kompatibel seien, wirkten E-Fuels mit Blick auf die Klimaziele sofort. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt in einem Positionspapier, ohne E-Fuels seien die Klimaziele nicht erreichbar.

Dann läge die Herausforderung für diese Technik aber immer noch darin, die Kosten für die Herstellung tatsächlich in den Griff zu bekommen – ganz abgesehen vom Problem der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

Im Moment sieht es so aus, dass sich besonders in Städten die batteriebetriebenen E-Autos durchsetzen werden. Längerfristig könnten aber auch alternative Techniken wie Brennstoffzellen und E-Fuels Märkte gewinnen.