Batteriesysteme von Mercedes-Benz Batteriefertigung in Kamenz wächst

Moderne Automatisierungstechnik, beispielsweise in Form eines Lasers, sorgt auf den Fertigungsstraßen in Kamenz dafür, die Lithium-Ionen-Zellen mit einer Toleranz von nur 2 µm zu verschweißen.

Über 1 Milliarde Euro investiert Mercedes-Benz in den Aufbau eines weltweiten Batterie-Produktionsverbunds aus neun Batteriefabriken an sieben Standorten in Europa, Nordamerika und Asien. Als Blaupause dient dabei das Batteriefertigung in Kamenz.

Mit der Werkserweiterung und dem sukzessiven Produktionshochlauf haben wir in Kamenz inzwischen die Fertigung so weit ausgebaut, dass wir in Kürze ein jährliches Produktionsvolumen von mehr als einer halben Million Lithium-Ionen-Batterien übertreffen werden«, versichert Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands von Mercedes-Benz, zuständig für Produktion und Supply Chain Management. Und damit nicht genug, die Produktionskapazität soll weiter erhöht werden.

In Kamenz, etwa 50 Kilometer entfernt von Dresden, werden am Produktionsstandort der hundertprozentigen Mercedes-Benz-Tochter Accumotive seit 2012 in inzwischen zwei Batteriefabriken neben Antriebsbatterien für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge auch Batterien für 48-Volt-Systeme hergestellt.
Die zweite, 2018 in Betrieb genommene Batteriefabrik setzt auf eine hochautomatisierte Fertigung und nutzt vielfältige Industrie-4.0-Technologien zur digitalen Steuerung und Nachhaltung der Produktionssysteme. Dies garantiert unter anderem die vollständige Rückverfolgbarkeit jeder ausgelieferten Batterie und ihrer Komponenten inklusive all ihrer Fertigungsdaten. Aktuell sind am Standort Kamenz rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt.

Gefertigt werden die hochkomplexen Lithium-Ionen-Batterien auf mehreren rund 170 m langen Fertigungsstraßen. Diese Fertigungsstraßen umfassen jeweils mehr als 30 Fertigungsstationen. Es ist eine Vielzahl von hochpräzisen Fertigungsschritten notwendig, um die aus 384 Batteriezellen und zahlreichen weiteren Komponenten bestehenden Batteriesysteme zu fertigen. So werden beispielsweise Laser eingesetzt, um die Batteriezellen mit einer Toleranz von nur 2 µm zu verschweißen.
»Als Kompetenzzentrum innerhalb unseres globalen Batterie-Produktionsverbunds kommt dem Standort Kamenz mit seinem breiten Produktportfolio für die Umsetzung unserer Elektro-Offensive „Electric first“ eine entscheidende Rolle zu«, so Burzer. »Unser Ziel ist ein atmendes globales Netzwerk, in dem die Produktionskapazitäten flexibel zwischen den Werken in aller Welt angepasst werden können.«

In Summe investiert Mercedes-Benz mehr als 1 Milliarde Euro in den Aufbau seines globalen Batterie-Produktionsverbunds. Dieser Verbund wird zukünftig aus neun Batteriefabriken an sieben Standorten in Europa, Nordamerika und Asien bestehen. »In seiner Funktion als Kompetenzzentrum stellt Kamenz für uns eine Art Blaupause für die Werke unseres globalen Produktionsverbunds dar«, versichert Burzer.
Nach Kamenz, Bangkok und Peking wird der nächste Standort, der seine Batterieproduktion aufnimmt, in Kürze Jawor in Polen sein. Darauf werden noch Werke um Stuttgart sowie Tuscaloosa in den USA folgen. So ist derzeit im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim in den Werksteilen Brühl und Hedelfingen jeweils eine Batteriefabrik im Aufbau. Auch im Mercedes-Werk Sindelfingen wird eine neue Batteriefabrik entstehen. In der Nähe des existierenden Werks in Tuscaloosa erfolgt auch in den USA derzeit der Aufbau einer Batteriefabrik.

Mit der aufbauten Produktions-Power soll der Anteil der elektrifizierten Modelle bei Mercedes-Benz schrittweise steigen. So wird die Marke Mercedes-Benz bis Ende dieses Jahres fünf vollelektrische Modelle sowie 20 Plug-in-Hybride anbieten.
In wenigen Jahren sollen dann mehr als zehn vollelektrische EQ-Modelle in Serie sein. Erklärtes Ziel ist es, dass in weniger als 20 Jahren die Neuwagenflotte von Mercedes-Benz Cars CO2-neutral wird. Auf dem Weg dorthin will das Unternehmen bereits 2023 mehr als 50 Prozent seines Pkw-Absatzes mit Plug-in-Hybriden oder vollelektrischen Fahrzeugen erreichen.