Marktstart abgesagt Apples Airpower geht die Luft aus

Phil Schiller, Vizepräsident Weltweites Marketing von Apple, präsentiert am 12.09.2017 im Steve Jobs Theater in Cupertino das neue AirPower. Apple muss in einer ungewöhnlichen Niederlage den Marktstart eines seit langem angekündigten Geräts absagen.
Phil Schiller, Vizepräsident Weltweites Marketing von Apple, präsentiert am 12.09.2017 im Steve Jobs Theater in Cupertino das neue AirPower. Apple muss eine ungewöhnliche Niederlage einräumen und den Marktstart eines seit langem angekündigten Geräts absagen.

AirPower für das drahtlose Aufladen der Akkus von bis zu drei Geräten kommt nicht auf den Markt: Eine ungewöhnliche Niederlage für Apple.

Das Dreikörperproblem von Apple bleibt ungelöst, die Ladematte – auf ihr sollten sich die Akkus dreier unterschiedlicher Geräte mit Energie versorgen können – habe die Erwartungen nicht erfüllt, teilte Apple mit – und musste damit den Marktstart eines seit langem angekündigten Geräts absagen. Dan Riccio, bei Apple für die Hardware-Entwicklung zuständig, entschuldigte sich bei den Kunden, die auf das Gerät gewartet hatten.

Apple hatte AirPower bereits im September 2017 präsentiert und damals ohne genauen Termin einen Marktstart für das Jahr 2018 angekündigt. Mit dem Gerät sollte man gleichzeitig ein iPhone, die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer aufladen können.

Apple stellt neue Technik traditionell erst vor, wenn der Konzern von der Marktreife überzeugt ist – bei AirPower müssen also nach der Präsentation unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetaucht sein. Der Konzern experimentiert immer wieder mit Geräten, die am Ende nicht auf den Markt kommen. Dass jedoch ein bereits angekündigtes Produkt nicht erscheint, hat es so noch nicht gegeben. Zuletzt gab es bei neuen Geräten wie den AirPods oder dem vernetzten Lautsprecher HomePod zwar Verzögerungen – aber in den Handel kamen sie schließlich trotzdem.

Schon länger gab es Medienberichte, wonach Apple bei AirPower mit massiven technischen Problemen zu kämpfen hatte. Das »Wall Street Journal« schrieb jetzt, Apple habe die Matte abrupt gestrichen, nachdem festgestellt worden sei, dass die Produktionskosten zu hoch seien, die Ladeunterlage überhitze und einzelne Geräte wie die Apple Watch nicht verlässlich auflade. Auch der Finanzdienst Bloomberg berichtete von Überhitzung und Problemen mit der Software sowie beim Laden, wenn die Geräte frei auf der Matte platziert werden.

Das Aus für AirPower muss kurzfristig beschlossen worden sein: Bei dem gerade erst erschienenen Drahtlos-Ladecase für die AirPods war noch auf die Ladematte verwiesen worden. Das »Wall Street Journal« hatte vor kurzem auch berichtet, AirPower sei für die Produktion freigegeben worden. Zudem wurden in der jüngsten Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS Hinweise auf eine Unterstützung des Geräts gefunden.

Apple selbst machte keine näheren Angaben zu den Problemen mit AirPower. Von anderen Herstellern gibt es inzwischen Ladematten für zwei Geräte. Allerdings muss man sie dabei recht genau auf bestimmten Stellen platzieren. Apple hatte versucht, die Ladespulen überlappend anzuordnen, um den Anwendern zu erlauben, die Geräte einfach irgendwo auf die Ladematte legen zu können.