Abspaltungs-Gerüchte Was geschieht mit Samsungs LCD-Panel-Business?

Zu derzeit kursierenden Gerüchten, Samsung wolle sein LCD-Panel-Business abspalten, hieß es von seiten des koreanischen Elektronik-Riesen, man sei »auf der Suche nach verschiedenen Möglichkeiten, die Wettbewerbsfähigkeit des LCD-Panel-Geschäfts zu verstärken«. Wie das geschehen solle, sei aber »noch nicht entschieden«.

Ein Dementi ist das nicht, offensichtlich überlegt sich auch ein Schwergewicht wie Samsung, wie die Kosten für die Forschungs&Entwicklung und für die extrem teuren Fertigungsanlagen zu stemmen sind. Die Investitionskosten etwa in die neue Fab für die Produktion von OLED-Displays (Organic Light Emitting Diodes) gehen in die Milliarden. Erst vor wenigen Wochen hat man bei diesen OLED-basierenden Produkten nach vielen Jahren den Durchbruch mit einem marktreifen TV-Gerät bei großformatigen Diagonalen (55 Zoll) auf der CES in Las Vegas feiern können. Bislang gibt es marktreife OLED-Displays nur im 1-stelligen Zollbereich für mobile Consumer-Geräte. Parallel dazu hat auch der koreanische Mitbewerber LG ein derartiges TV-Gerät präsentiert, basierend allerdings auf einer anderen Technologie. Ein mögliches Zusammengehen mit LG würde zumindest hier fertigungstechnisch wenig Synergien ergeben.

Den Weg der Fusion haben im Display-Segment Ende letzten Jahres die japanischen Hersteller Hitachi, Toshiba und Sony vereinbart. Ihre LCD-Fertigung wird den Plänen zufolge ab April 2012 als eigenständiges Unternehmen mit dem Namen Japan Display am Markt agieren.

Auch ein Verkauf ist prinzipiell nicht ausgeschlossen: Dass sich auch koreanische Hersteller von Sparten trennen können, belegt der im April 2011 erfolgte Verkauf von Samsungs Hard-Disk-Drive-Sparte an den Festplattenprimus Seagate Technology. Die LCD-Panel-Fertigung für Consumerprodukte (TV-Geräte) und IT-Monitore hat aber ein deutlich größeres Gewicht, eine Entscheidung welcher Art auch immer ((Fusion, Verkauf, Spin-Off?) sicherlich nicht leicht fallen.