Neue TFT-Display-Technologie Quantum Dots: Rivale für OLED-Displays

Samsungs SUHD-TV-Geräte mit Diagonalen bis 88 Zoll basieren auf der Quantum-Dots-Display-Technologie und erreichen Cadmium-frei eine Farbwiedergabe wie OLED-Displays.
Samsungs SUHD-TV-Geräte mit Diagonalen bis 88 Zoll basieren auf der Quantum-Dots-Display-Technologie und erreichen Cadmium-frei eine Farbwiedergabe wie OLED-Displays.

Seit über 30 Jahren ist diese TFT-Display-Technologie bekannt, doch erst jetzt gibt es auf Quantum Dots (QD) basierende TV-Geräte. Samsungs SUHD-TV-Geräte kommen nun ohne giftiges Cadmium aus und erreichen eine Bildqualität wie OLED-Displays, sind aber deutlich günstiger.

»Quantum Dots sind seit einigen Jahren im Fokus der LCD-Hersteller«, sagt Display-Experte Karlheinz Blankenbach, Professor an der Hochschule Pforzheim. Die ersten Grundlagen der QD-Technologie reichen ins Jahr 1981 zurück, doch nun ist der Durchbruch mit TV-Geräten geschafft, deren Bildschirmdiagonalen bei Samsung bis hin zu 88 Zoll reichen. Bei QD handelt es sich um eine Nanotechnologie, die es erlaubt, Wellenlängen-Tuning zu betreiben. »Somit kann man QD auf die LCD-Farbfilter optimieren, was dann mit weißen LEDs als Backlight zu einem größeren Farbraum (Gamut) in Richtung OLED führt«, erläutert Blankenbach. Benötige man im industriellen Umfeld einen größeren Gamut, lasse sich diese Technologie auch problemlos bei Industrie-Panels einsetzen. Außerdem sei QD prinzipiell unabhängig von der Diagonale des Displays, komme also auch für kleinformatige Geräte wie Smartphones in Frage.

Was die Farbwiedergabe solcher QD-Panels anbelangt, »sind AM-LCDs bei senkrechter Betrachtung den OLEDs mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen«, ist sich Blankenbach mit anderen Experten einig. Auch bezüglich höherer Auflösung - künftig gar 8k - gibt es für QD-Panels keine Einschränkung. Ein Plus im Vergleich mit OLED-Displays sind die Herstellkosten: Für TV-Geräte werden Kosten genannt, die um bis zu zwei Drittel niedriger ausfallen. Das liegt zum einen daran, dass eine QD-Folie für einen 55-Zoll-Monitor nur etwa 20 Dollar kostet. Zum andern lassen sich bestehende Fabs ohne allzugroßen Aufwand umrüsten. Im einfachsten Fall wird QD in Form eine Folie in den Backlight-Stapel eingelegt. »QD-Folie ist ein Zulieferteil, dies ist Stand der Technik«, erläutert Blankenbach. Ein weiterer Ansatz ist, einen kleinen QD-Streifen vor die Edge-Light-LEDs zu legen bzw. QDs direkt in die LEDs zu integrieren. Hier entstehen Kostenvorteile, »allerdings ist die Degradation bei den dort auftretenden höheren Temperaturen noch nicht ausreichend beherrschbar«.

Während TV-Geräte mit QD-Technologie marktreif und teils schon verfügbar sind, muss sich der Industriekunde noch gedulden. Laut Marc Corrigan, Sales Director bei Densitron Deutschland, »dauert der Schritt von Consumer auf die Industrie meistens mindestens 5 Jahre«. Somit seien kurzfristig keine industrietauglichen QD-Displays zu erwarten. Den Lieferantenmarkt in Sachen QD-Displays beobachtet auch Roland Federle, Marketing Manager BU Displays bei MSC Technologies: »Sie spielen aber für unser Geschäft im Moment keine Rolle, weil keiner unserer Lieferanten diese Technologie für die Distribution anbietet.« Die Qualität der Farbwiedergabe beurteilt er wie Blankenbach: »Quantum-Dots-Displays sind in der Tat mit AM-OLEDs vergleichbar.«