Neues Forschungsprojekt gestartet Optoelektronik auf Ultradünnglas

Das Projekt KODOS (Konfektionierter Dünnglas-Verbund für optoelektronische Systeme) soll das innovative Material Dünnglas entlang der gesamten Wertschöpfungskette in fertige Produkte bringen.
Das Projekt KODOS (Konfektionierter Dünnglas-Verbund für optoelektronische Systeme) soll Dünnglas entlang der gesamten Wertschöpfungskette in fertige Produkte bringen.

Wissenschaftler des Fraunhofer FEP wollen gemeinsam mit Industriepartnern die Dünnglas-Technologie vorantreiben. Dazu entwickeln sie neue Prozesse für die Rolle-zu-Rolle-Herstellung optoelektronischer Systeme auf Ultradünnglas.

Ausgeklügelt produzierte ultra-dünne Gläser sind bereits seit geraumer Zeit auf dem Markt. Sie sind dünner als Displayglas in Mobiltelefonen oder Laptops und können eine ganze Menge mehr. Dank ihrer hohen Biegsamkeit, sehr glatten Oberfläche und Kratzfestigkeit eignen sie sich sehr gut als funktionale Oberflächen in Möbeln oder Autos und als Substrat für optische Systeme.

Um darüber hinaus neue Anwendungen kosteneffizient und marktgerecht zu bedienen, hat sich jetzt ein Konsortium aus neun Industrie- und Forschungspartnern gebildet, das im BMBF-geförderten Projekt KODOS (Konfektionierter Dünnglas-Verbund für optoelektronische Systeme) die Grundlagen hierfür schafft.

»Ziel des Projekts ist es, wirtschaftlich relevante Anwendungen für Dünnglas zu erforschen und zu entwickeln«, erklärt Konsortialführer Thomas Emde von Emde Development of Light. »So kann beispielsweise die OLED-Technologie als Anzeige und Bedienelement in Kombination mit einer Touch-Funktionalität auf Basis von Dünnglas im Architektur-, Möbel-, Hausgeräte- und im Retail­Bereich eingesetzt werden. Die angestrebte Innovation besteht in der Kombination aus Beschichtung, Strukturierung, Kontaktierung und Lamination, sowie aus der Entwicklung eines produktionstauglichen Übergangs von der prozessierten Rolle zum einbaufertigen Halbzeug.« Die Herausforderungen liegen dabei vor allem in den besonderen mechanischen Eigenschaften des Dünnglases. 

Das Projektkonsortium wird innerhalb der nächsten drei Jahre an der Entwicklung praxis- und industrietauglicher Technologien und der Umsetzung erster Grundelemente mit dem innovativen Werkstoff Ultradünnglas arbeiten und dabei Technologiedemonstratoren vorbereiten. Am Ende des Projekts soll ein kompletter Baukasten an Funktionswerkstoffen, Halbzeugen, Werkzeugen und Technologien zur Verfügung stehen.