Display-Trends: Wide-Format und edP Ohne Touch geht (fast) nichts mehr

Mobile Anwendungen adressiert Ortustech mit dem im Portrait-Modus betriebenen,  sonnenlichttauglichen 5-Zoll-TFT-Display COM50H5N03ULC im Vertrieb von Data Modul.
Mobile Anwendungen adressiert Ortustech mit dem im Portrait-Modus betriebenen, sonnenlichttauglichen 5-Zoll-TFT-Display COM50H5N03ULC im Vertrieb von Data Modul.

»Nahezu alle Anfragen betreffen Displays mit Touch«, sagt Distec-Manager Matthias Keller. Überdies gefragt sind 4K-Auflösung, das 16:9-Format und natives eDP, auch wenn LVDS als Interface weiterhin klar dominiert.

In puncto Touch »ist der gute alte resistive Touch noch lange nicht tot, dennoch geht der Trend ganz klar zu modernen Vollglasfronten mit P-CAP-Technologie«, verdeutlicht Keller, Head of Sales&Marketing Components der Distec GmbH. Beim Bonding setzt man ausschließlich auf die Dry-Bonding-Technologie VacuBond, mit der den Kunden 0-Fehler-Qualität in der Bondingschicht garantiert werden könne.

Weil dank der großen Stückzahlen aus dem Konsumgüterbereich oftmals die Breitbildversionen preislich äußerst attraktiv seien, entschieden sich immer mehr Kunden für ein Display im Wide-Format. Weitere Trends seien Displays mit weiten Blickwinkeln auf Basis von IPS- oder VA-Technologie sowie Panels mit gleichzeitig sehr hohen Helligkeiten von teilweise über 1000 cd/m2. Bezüglich der Auflösung ließe sich ein »klarer Trend hin zu 4K erkennen, und für die Heavy-Duty-Industrie werden zunehmend Modelle mit sehr hoher Schock- und Vibrationsfestigkeit offeriert«. In Asien sind Keller zufolge extreme Breitbildformate, sogenannte Bar-Type-Displays, bereits weit verbreitet, wovon auch Distec mittlerweile viele Varianten als Standard im Programm hat. Ob sich diese Sonderformate allerdings hierzulande durchsetzen, müsse sich erst noch zeigen.

Was die Akzeptanz von OLEDs im industriellen Umfeld anbelange, hänge das stark von der Art der Displays und deren Diagonale ab. Während sehr kleine Displays oder auch Segmentanzeigen mit OLED-Technologie schon länger etabliert sind, sehe dies bei größeren Vollgrafikdisplays als Pendant zu TFT-LCDs anders aus: »Es gibt seitens der Hersteller noch nicht wirklich industrietaugliche OLEDs. Zwar werden immer mal wieder die ein oder anderen Prototypen vorgestellt, aber in der breiten Masse ist noch nichts verfügbar«, sagt der Distec-Manager. Bei den Schnittstellen hingegen tue sich einiges, auch wenn ein Ende von LVDS noch nicht in Sicht sei: »Ähnlich wie bei TTL/CMOS wird uns LVDS weiterhin eine sehr lange Zeit begleiten.« Für sehr kleine Displays bis etwa 5 Zoll biete MIPI eine Möglichkeit, um sehr hochauflösende Displays anzusteuern. Bei Diagonalen bis etwa 31,5 Zoll sei eDP stark im Kommen und die größeren Displays setzen dann auf V-by-One, sobald 4K-Auflösungen benötigt werden.

Analog Keller beobachtet auch Dr. Gerhard Bickel, Principal Marketing Engineer bei Tianma Europe, Trends hin zu Displays mit höherer Auflösung (FHD), Weitformat (16:9) und höherer Leuchtdichte (größer als 1000 cd/m2) etwa für Anwendungen im Außenbereich. Touch sei fast schon Standard, »bis zu 75 Prozent unserer Displays haben inzwischen P-CAP«. Beim Thema OLEDs übten sich die Kunden teils noch in Zurückhaltung, folglich seien die Stückzahlen im industriellen Umfeld »meistens sehr klein«. Gleichwohl setzt Tianma auch auf OLEDs, wurde doch erst kürzlich die zweite OLED-Fab in China in Betrieb genommen. Skeptisch ist Bickel hingegen bei Displays mit Quantum-Dots, dem Herausforderer von OLED-Displays: »Wir haben schon sehr lange Muster von Panels mit Quantum-Dot. Cadmium ist aber das Problem, deshalb werden sie wahrscheinlich auch niemals den Status der Massenproduktion erreichen.« Bei Schnittstellen  sei es noch zu früh, von einer Ablösung von LVDS zu sprechen, aber mit dem Trend zu höherer Auflösung »werden auch immer mehr Displays mit eDP in die Produktion gehen«, prognostiziert der Tianma-Manager.