Fraunhofer-IZM-Forschungspreis Neue Dünnglas-Technologien in der Photonik

Feierliche Vergabe des Fraunhofer-IZM-Forschungspreises: (v.l) Stellvertretender Institutsleiter Prof. Martin Schneider-Ramelow, Forschungspreisträger Dr. Henning Schröder, Institutsleiter Prof. Klaus-Dieter Lang
Feierliche Vergabe des Fraunhofer-IZM-Forschungspreises: (v.l) Stellvertretender Institutsleiter Prof. Martin Schneider-Ramelow, Forschungspreisträger Dr. Henning Schröder, Institutsleiter Prof. Klaus-Dieter Lang

Der Physiker Dr. Henning Schröder hat Prozesse aus der integrierten Optik auf Dünnglas adaptiert. Das Ergebnis seiner Forschung: Dünnglas mit optischen Funktionalitäten.

Weltweit werden Daten via Glasfaserkabel optisch in rasender Geschwindigkeit transportiert. Wenn die Daten beim privaten Computer oder im Datencenter ankommen, ist aber Schluss mit der rasanten Übertragung: Hier läuft alles noch elektrisch, denn eine optische Übertragung im Rechner ist technisch bisher kaum möglich. 

Heute werden Stecker eingesetzt, die die elektrischen-optischen Anschlüsse mit optischen Kabeln verbinden. Es herrscht „Cyber-Spaghetti“. Um dem Kabelchaos ein Ende zu bereiten, meinen die Photoniker am Fraunhofer IZM: »Die Optik muss noch näher an den Chip heran gebracht werden.« Mit der einzigartigen Dünnglas-Technologie von Dr. Henning Schröder können die optischen Leiterzüge nun sogar direkt an den Chip integriert werden. Damit wird eine sehr schnelle optische Übertragung von Signalen auch auf der Leiterplatte möglich.

Aber was ist eigentlich Dünnglas?

Spätestens seit der Jahrtausendwende ist das Material kostengünstig verfügbar. Denn Dünnglas wird massenhaft hergestellt: Jedes Display, im Smartphone oder Laptop, besteht aus Dünnglas. Es bietet zahlreiche Vorteile gegenüber Polymeren, die heute auch genutzt werden, um optische Leiterzüge in die Leiterplatte zu verlegen: Dünnglas verfügt über bessere Zuverlässigkeitswerte. Man kann darauf löten, es ist nicht feuchteempfindlich, und man kann es beliebig klein schneiden. Außerdem hat Dünnglas eine geringere optische Dämpfung als Polymere und sehr gute dielektrische Eigenschaften. 

Dr. Henning Schröder erklärt: »Wir haben eindeutig auf das richtige Material gesetzt!« Es dreht sich immer mehr um das Glas: Für Leiterplatten, photonische Module, Faserkopplung oder mikrooptische Bänke – in allen Bereichen wendet sein Team die Dünnglas-Technologie an und entwickelt sie weiter, und das schon seit 15 Jahren.