Display-Interfaces LVDS vs. eDP und V-by-One: Wer macht das Rennen?

Roland Federle, MSC Technologies: »Embedded DisplayPort steckt zweifellos noch in den Kinderschuhen, aber das kann in einem Jahr schon ganz anders aussehen.«
Roland Federle, MSC Technologies: »Embedded DisplayPort steckt zweifellos noch in den Kinderschuhen, aber das kann in einem Jahr schon ganz anders aussehen.«

Von einem Momentum des eDP im Vergleich mit dem dominierenden LVDS kann bei Industrie-Displays zwar noch keine Rede sein. »Es gibt Interesse seitens der Kunden für diese schicke Lösung«, ist MSC-Manager Roland Federle aber zuversichtlich. Als weiterer Newcomer kündigt sich V-by-One an.

Technologisch zwar ausgereift, stecke der embedded DisplayPort (eDP) in Markthinsicht »zweifellos noch in den Kinderschuhen, aber das kann in einem Jahr schon ganz anders aussehen«, sagt Federle, Marketing-Manager BU Display Solutions bei MSC Technologies. Gleichwohl sei absehbar, dass es in »kurzer Zeit zu keiner Verdrängung kommen wird«. eDP spiele seine Vorteile gegenüber LVDS dann aus, wenn es um die Bewältigung großer Datenmengen bei Full-HD- und erst recht bei 4k-Auflösung geht: Die Übertragung der Grafikdaten erfolgt mit der hohen Geschwindigkeit von 5,4 GBit/s über ein einziges, standardisiertes Kabel. Momentan gebe es Gespräche mit Kunden, denen man für Design-In-Projekte Mustermengen liefern könne. Für die Integration von eDP-basierenden Displays gibt es das Kit MSC C6-SK-eDP, bestehend aus einer LCD-Anzeige mit 13,3-Zoll-Diagonale und Full-HD-Auflösung sowie einem Verbindungskabel.

Neben eDP sieht Oliver Merfels, Product Marketing Manager Displays bei Data Modul, auch noch V-by-One als möglichen Herausforderer für LVDS. Wie bei jedem technologischen Wandel »stehen auch hier am Anfang noch unterschiedliche, miteinander konkurrierende Lösungen im Wettbewerb miteinander«, betont Merfels. Zumindest derzeit mache eDP für industrielle und professionelle Systeme »noch nicht viel Sinn«, weil es dafür außerhalb der Consumerprodukte wie Notebooks »kein Ökosystem« gibt: Weder typische embedded-PC-Lösungen noch die gängigen LCD-Controllerboards unterstützten augenblicklich so gut eDP, wie es bei LVDS der Fall sei. Somit habe eDP außer bei UHD-Auflösungen »keinen wirklichen Vorteil in unserem Kundenumfeld«.

Bei 4k-Auflösung sei hingegen mit LVDS die Verkabelung »zu komplex«, benötige man doch bis zu 96 Kabelpärchen statt nur deren 8 bei V-by-One. Bei den momentan offerierten, eDP-basierenden Displays handele es sich üblicherweise um Consumer-Panels für Notebooks, Monitore oder daraus abgeleitete Produkte. Die dafür garantierte Lieferfähigkeit von 3 Jahren sei inzwischen auch in der Industrie akzeptiert, aber die Lebensdauer des Backlights mit teilweise nur 15.000 Stunden betrage weniger als die Hälfte der typischerweise garantierten 50.000 Stunden. AUO habe immerhin für Ende 2015 angekündigt, eine verbesserte Version seines 15,6-Zoll-Full-HD-Displays auf den Markt zu bringen, dessen Backlight dann mit 50.000 Stunden spezifiziert sei. Letzlich werde es vom Embedded-Ökosystem abhängen, ob sich eDP durchsetzen werde:. »Wenn eDP genauso gut unterstützt wird wie LVDS, könnte es zusammen mit V-by-One das bisher etablierte LVDS längerfristig ablösen«, prognostiziert Merfels.