Beleuchtung LED-Lichttechnik: »Nur mit Standardisierung wird es billig!«

Wenn die LED als Leuchtmittel der Zukunft Erfolg haben soll, muss sie nicht nur auswechselbar werden, sondern auch hohe Lichtqualität bieten und für Lichtplaner umsetzbar werden.

»Es müssen immer die besten LEDs rein«, bringt Franz Bernitz, Direktor Standardisierung bei Osram, eine der wichtigsten Randbedingungen auf den Punkt. »Der Standard darf niemals eine Bremse sein. Er schafft Auswechselbarkeit und Konkurrenz. Und das heißt: Nur mit Standardisierung wird es billig!«.

Bernitz war einer der zehn Teilnehmer am Markt&Technik-Forum »LEDs in der Beleuchtungstechnik«, das diese und andere Erkenntnisse zu Tage förderte. So bestand weitestgehend Einigkeit darüber, dass es noch sehr lange LED-Retrofit-Lampen mit E27-Gewinde oder anderen Industrie-Schnittstellen geben wird, vor allem wenn Lichtströme von weniger als 1000 lm gefordert sind. Die Teilnehmer waren sich ebenso einig darüber, dass die LED-Lampenindustrie in puncto Lichtqualität, Interoperabilität und Planungssicherheit noch lange nicht am Ziel ist.

Das hat oft scheinbar triviale Gründe. »Viele haben zum Beispiel noch nicht verstanden, dass eine LED gekühlt werden muss«, stellte Bert Schukat fest, Geschäftsführer des Spezialdistributors Schukat Electronic. »Es fehlt deshalb oft schlicht das Problembewusstsein, wenn etwa ein LED-Deckenstrahler einfach nach oben gerichtet wird.« Und wenn die Stromversorgung über einen Dimmer läuft, kann man ein blaues (oder sogar dunkles) Wunder erleben!

Franz Bernitz merkte an, dass es eine Vielfalt an Leuchtmittel gibt, seien es Glühlampen, Halogenstrahler oder Leuchtstoffröhren, die alle ihre spezifischen Vorteile haben. »Auf einmal soll die LED das alles leisten können«, kennzeichnet er kurz und knapp die kaum - und sicher nicht kurzfristig - zu bewältigende Herausforderung.

Als Chairman im Steering Committee des Standardisierungkonsortiums Zhaga ist Bernitz im Übrigen sehr nah am Thema Standardisierung und Auswechselbarkeit dran. Für ihn führt vor allem aus wirtschaftlichen Gründen kein Weg an der Auswechselbarkeit auch langlebiger LED-Leuchtmittel vorbei. »Wenn das Leuchtmittel nicht auswechselbar ist, trägt der Leuchtenhersteller ein riesiges Risiko. Die Auswechselbarkeit senkt die Eintrittsschwellen und bietet so enorme Vorteile.«