Tunnel sind ein dankbares Ziel für LED-Leuchtenhersteller LED-Licht von Anfang bis Ende des Tunnels

Obwohl zwischen den einzelnen LED-Leuchten der Modelreihe »T-Line« viel Abstand bleibt, wird die Fahrbahn im Tunnel erkennbar gleichmäßig ausgeleuchtet.
Obwohl zwischen den einzelnen LED-Leuchten der Modelreihe »T-Line« viel Abstand bleibt, wird die Fahrbahn im Tunnel erkennbar gleichmäßig ausgeleuchtet.

Unternehmen, die für die Beleuchtung von Tunneln verantwortlich sind, tun gut daran, die Installation von LED-Leuchten in Betracht zu ziehen. Mit dem jetzt noch höheren Leuchtenpreis erkauft man sich weniger Stromverbrauch, eine mindest doppelte Brenndauer, volle Dimmbarkeit und eine gute Farbwiedergabe.

Leuchtdioden (LEDs) wären eigentlich das ideale Leuchtmittel für Tunnelleuchten: Sie weisen neben einer hohen Lichtausbeute vor allem eine hohe Lebensdauer auf. Und auf die kommt es bei der Tunnelbeleuchtung in ganz besonderem Maße an: Sie ist Tag und Nacht eingeschaltet, also durchschnittlich 8766 Stunden im Jahr. Das heißt, dass die vielfach verwendeten Natriumdampflampen nach zwei Jahren meistens schon am Ende ihrer Brenndauer sind. Leuchtdioden hingegen haben, bei sorgfältigem Design der Leuchte, eine Lebenserwartung von fünf oder noch mehr Jahren. Erst danach sinkt ihre Lichtausbeute auf durchschnittlich weniger als 70 Prozent des Ursprungswertes, so dass die geringere Helligkeit allmählich merklich wird. Ein plötzlicher Totalausfall hingegen wäre völlig atypisch.

Diese hohe Lebenserwartung kommt den besonderen Erfordernissen bei der Tunnelbeleuchtung sehr entgegen: Wenn eine Lampe auszuwechseln ist, muss der Tunnel gesperrt werden. Das kann man zwar in verkehrsschwachen Zeiten machen, allerdings möglichst selten (und am besten wechselt man dann gleich alle Leuchtmittel des gleichen Typs aus, auch wenn diese noch leuchten). Diese Betriebsunterbrechung wird beim LED-Einsatz um den Faktor 2 bis 3 seltener.

Die lange Standzeit ist aber nicht der einzige Vorteil: Inzwischen können LED-Leuchten auch in ihrer System-Lichtausbeute schon mit Natrium-Hochdrucklampen mithalten; Werte von 150 lm/W sind möglich. Und weil das Licht von LED-Leuchten sich räumlich präzise ausrichten lässt, kommt das Licht genau dort an, wo man es haben wollte - das steigert nicht nur die effektive Lichtausbeute, sondern ermöglicht auch eine sehr homogene Ausleuchtung des Tunnels über seine gesamte Länge.

Hinzu kommt, dass der Farbwiedergabeindex von LEDs viel besser ist als der Vergleichswert einer Natriumdampflampe: Er erreicht bei nahezu allen Bauarten einen Wert von mehr als 65. Auch 70 bis 80 sind ohne große Zugeständnisse an die Lichtausbeute Standard. Das macht es zu einem angenehmen Erlebnis, durch einen Tunnel zu fahren, der in LED-Licht badet, zudem auch die Blendwirkung (dank der gezielten Ausrichtung) geringer ist als bei anderen Leuchten.

Im Gegensatz zu Gasentladungslampen benötigen LEDs auch keine hohe Zündspannung. Sie benötigen vielmehr einen konstanten Strom geringer Spannung und leuchten ohne Einschaltverzögerung (was allerdings für Tunnelbeleuchtung nicht wichtig ist). Allerdings brauchen auch LEDs ein Vorschaltgerät, das jedoch völlig anders aufgebaut ist als das Vorschalt- und Zündgerät einer Natriumdampflampe. Das ist zum Beispiel eine der Erklärungen dafür, dass es noch keine LED-Retrofit-Leuchtmittel für Natriumdampflampen gibt: Man müsste sie mit einer internen Treiberschaltung ausrüsten, die in der Lage ist, eine Natriumdampflampe zu emulieren und den Stromfluss aus dem vorhandenen Vorschaltgerät zu transformieren. Das macht die Lösung aufwändiger und teurer.