Osram-Übernahmeschlacht Kommt ein neuer Bieter?

Firmensitz von ams in Premstätten.
Firmensitz von ams in Premstätten.

Die Schlacht um die Übernahme von Osram könnte sich weiter in die Länge ziehen, angeblich gibt es ein neues Angebot.

Bain Capital will zusammen mit einem neuen Partner, dem Investor Advent, mit dem Übernahmeangebot von ams in Höhe von 38,50 Euro pro Aktie gleichziehen oder es sogar überbieten, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfahren haben will. Zunächst hatte Bain in Kooperation mit der Carlyle Group 35 Dollar pro Aktie geboten was einem Kaufpreis von 3,4 Mrd. Euro entspricht. Dies hatte ams überboten (3,7 Mrd. Euro). Die Angebotsofferten beider Bieter laufen bis 1. Oktober.

Darauf riet denn auch der Aufsichtsrat von Osram aus finanziellen Gründen den Aktionären, auf das Angebot von ams einzugehen. Allerdings sieht der Plan von ams vor, sich von Teilen des Unternehmens (Digital Lighting, rund ein Viertel des Umsatzes) zu trennen, was der Aufsichtsrat mit gemischten Gefühlen sieht. Die Gewerkschaft IG Metall ist vollkommen gegen die Übernahme von ams, befürchtet, dass sich die gegenüber Osram deutlich kleinere ams mit der Transaktion überhebt und wegen der Zerschlagung Arbeitsplätze verloren gehen. 

Carlyle bleibt offenbar dabei, nicht mehr als 35 Dollar pro Aktie zu bezahlen. Sollte Bain jetzt mit einem neuen Partner ein neues Angebot vorlegen, müsste die Frist für die über den 1. Oktober hinaus verlängert werden. Alexander Everke, CEO von ams, war sich anlässlich einer Pressekonferenz vergangene Woche sicher, dass die Übernahme wie von ams anvisiert im ursprünglichen Zeitrahmen gelingen werde und ams auf einer später im Oktober angesetzten Hauptversammlung grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von 1,5 Mrd. Euro erhalten werde. Einen Plan B gebe es nicht.

Wenn nun doch ein neues Angebot zustände käme, wäre der Zeitplan allerdings hinfällig. Eine sich weiter in die Länge ziehende Übernahmeschlacht würde vor allem Osram schaden.