Wammes&Partner GmbH Kleben und kleben lassen: Tipps für Optical Bonding

Klaus Wammes, Wammes&Partner GmbH: »Es genügt es eben nicht, auf Material A einen Kleber B aufzutragen und dann mit Material C zu verbinden.«
Klaus Wammes, Wammes&Partner GmbH: »Es genügt es eben nicht, auf Material A einen Kleber B aufzutragen und dann mit Material C zu verbinden.«

Nicht auf ein Allheilmittel setzen, »sondern grundlegend gültige Ansätze prüfen, um qualitativ hochwertige Optical Bondings herzustellen«, lautet der Expertentipp von Klaus Wammes. Zu den Kernbereichen seines Unternehmens zählt auch die Beratung und Umsetzung von Optical Bondings jeglicher Art.

So rät Wammes, Geschäftsführer von Wammes&Partner grundsätzlich alle jeweiligen Vor- und Nachteile chemischer oder physikalischer Bindungen zu berücksichtigen. Überdies würden zahlreiche andere Qualitätshindernisse kaum oder zu spät beachtet. »Wir wissen aus praktischen Erfahrungen, welche Resultate auf welche Prozesse folgen. Für ein qualitativ hochwertiges Optical Bonding müssen neben grundsätzlichem physikalischen und chemischen Verhalten vor allem auch Material, Einsatzgebiet und Lebensdauer gesamtheitlich betrachtet werden.« Der Erfolg hänge maßgeblich davon ab, wie sehr diese Faktoren angepasst seien. »Es genügt eben nicht, auf Material A einen Kleber B aufzutragen und dann mit Material C zu verbinden.«
Bereits beim Vorrichtungsbau sei auf Genauigkeit zu achten. Bonder sollten mechanisch gewährleisten, dass die Teile in exakt der Position zueinander bleiben, in der sie verklebt werden sollen, denn die Toleranzen seien minimal. Hinzu komme, dass für ein optisch sauberes Bonding auch tatsächlich sauber gearbeitet werden müsse: »So trivial es klingt, aber die zu verklebenden Teile dürfen in der Bonding-Vorrichtung schlichtweg nicht mit Kleber verschmiert werden«, betont Wammes. Ansonsten kontaminiert schon der erste Laminierprozess die ganze Apparatur. Die ohnehin empfohlenen Zwischenreinigungen könnten bei sauberem Arbeiten auf ein Minimum reduziert werden.
Schließlich sei die Wahl des Klebers entscheidend: »Ein flüssiger Kleber (OCR) verteilt sich effektiv und haftet gut«, sagt Wammes. Müsse dagegen ein dreidimensionaler Körper wie ein gebogenes Display laminiert werden, verläuft dieser flüssige Kleber. Eine klebende Folie (OCA) empfehle sich meist bei planen und parallelen Anforderungen. »Zu beachten ist jedoch immer der Ausdehnungskoeffizient der unterschiedlichen zu verklebenden Materialen.« Um Übermaterial wie Falten oder Tropfen zu verhindern, könne eine klebende Masse, das sogenannte Precured, eingesetzt werden. Jedoch sei der Kleber in der Verarbeitung sehr schmutzanfällig und der Prozess nicht weit verbreitet. Wegen der erforderliche Arbeit im Vakuum bedürften Operatoren zudem eines guten Maschinen-Know-hows.