JDI nicht mehr japanisch Japan Display geht an Investoren aus Taiwan und China

Die Fabrik von Japan Display Inc. in Ishikawa
Die Fabrik von Japan Display Inc. in Ishikawa

Anhaltende Verluste: Nun hat die japanische Regierung das Interesse verloren, Japan Display japanisch zu lassen. Investoren aus Taiwan und China übernehmen.

Auch die 2017 eingeleitete Restrukturierung hat nichts mehr genützt. Mit insgesamt 232 Mrd. Yen (2,1 Mrd. Dollar) soll Japan Display Inc. (JDI) jetzt gerettet werden. An der Spitze der Investorengruppe stehen TPK Holding und die Investment-Firma Fubon Group, beide aus Taiwan, sowie die chinesische Investment-Firma Harvest Group, die zusammen bis u 80 Mrd. Yen (717 Mio. Dollar) in Japan Display stecken wollen. Laut Nickkei Asian Review werden sie 49,8 Prozent der Anteile an Japan Display halten, der staatliche Fond Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) wird statt bisher 25,3 Prozent nur noch 12,7 Prozent besitzen.

Damit enden die Bemühungen des japanischen Staates, den letzten verbleibenden japanischen Hersteller von Flachbildschirmen in japanischen Besitz zu behalten und zu einem blühenden Unternehmen zu machen.

Allerdings könnte es noch einen kleinen Haken geben: Japan Display hat eine Tochter in San José/Kalifornien. Also hätte das Committee on Foreign Investment  in the United States (CFIUS) noch ein Wörtchen mitzureden. Hierzulande dürften die Aktivitäten des CFIUS noch in Erinnerung sein, hatte sie doch verhindert, dass die deutsche Aixtron an chinesische Investoren verkauft werden konnte, weil die CFIUS dem Verkauf der amerikanischen Tochter von Aixtron damals aus Sicherheitsgründen nicht zugestimmt hatte. Die Sicherheitsbedenken der CFIUS dürften seitdem nicht zurückgegangen sein.

JDI war 2012 aus den Display-Einheiten von Hitachi, Sony und Toshiba gebildet worden. Zunächst hatte es für Japan Displays gar nicht schlecht ausgesehen. Das Unternehmen war mit fast 20 Prozent Marktanteil größter LCD-Hersteller der Welt. 2014 ging das Unternehmen an die Börse und war 400 Mrd. Yen wert. Im Moment sind es 67 Mrd. Yen.  

2016 wollte JDI auch in die OED-Welt aufbrechen. Allerdings entstand JDI unterdessen aus China neuer Wettbewerb auf dem angestammten Gebiet der LCDs: Neue chinesische Hersteller konnten billiger anbieten als JDI. Gleichzeitig war Samsung auf dem Gebiet der OLEDs führend und kaum einzuholen.  

Auf OLEDs aber setzte Apple, mit über 50 Prozent Umsatzanteil der wichtigste Kunde von Japan Displays. Apple stattete mehr und mehr seiner Smartphones damit aus. Der einzig verbliebene moderne Smartphone von Apple mit LCD, das iPhone XR, verkauft sich wenig erfolgreich, so dass eine Trendwende nicht zu erwarten ist.

Auch aus Japan selber wurde Kritik laut, dass JDI zu schwerfällig sei, die Entscheidungsprozesse dauerten für den sich schnell veränderten Display-Markt viel zu lange. Japan Display war es jedenfalls über die vergangenen Jahre trotz finanzieller Hilfen durch den japanischen Staat nicht gelungen, auf die Beine zu kommen.

Erschwerend kam das weltweit rückläufige Geschäft mit Smartphones hinzu. Die Folge: Das 2015 gebaute LCD-Werk von Japan Display in der Präfektur Ishikawa  ist derzeit nur zur Hälfte ausgelastet. Apple hatte Japan Display angeblich sehr stark bei dem Bau des neuen Werkes vor drei Jahren unterstützt, weshalb Japan Display Apple immer noch einen erheblichen Betrag schulde. Insgesamt rechnet das Unternehmen für dieses Geschäftsjahr, das mit diesem Monat endet, mit dem fünften Verlust in Folge.

Auch Sharp war mit der eigenen Display-Fertigung nicht glücklich geworden. Schlussendlich hatte Foxconn das Geschäft von Sharp übernommen. Das war für Japan offenbar ein Schock. Die japanische Regierung tat jedenfalls alles, damit die Halbleiterabteilung von Toshiba – ein führendender Hersteller von NAND-Flash-Speichern – in japanischer Hand verblieb. Diesen Ehrgeiz hat sie jetzt offenbar im Display-Bereich aufgegeben. Sharp hat sich nach der Übernahme durch Foxconn übrigens erfreulich entwickelt, es sieht so aus, als hätte das Unternehmen unter der neuen Führung den Turn-around geschafft.