Data Modul: Display-Technologien Großformatige Displays – TFT, LED oder auch OLED?

Philipp Meinhardt, Data Modul: »Standard-Lösungen mit bis zu 7500 cd/m2 sind bereits verfügbar. Gängig sind Module bis 2500 cd/m2, weil das Wärmemanagement für High-Brightness-Lösungen ein großes Thema ist.«

Im öffentlichen Raum stechen Monitore dann besonders ins Auge, wenn sie neben dem Bildschirminhalt auch ungewöhnliche Formate und Diagonalen aufweisen. Dazu zählen Sonderformate wie Stretched- bzw. »Bar Type«-Displays und Großformate.

Ob es sich dabei um TFT oder OLED oder LED handelt, "ist keine technologische Glaubensfrage", betont Philipp Meinhardt, Marketingleiter bei Data Modul.

Derzeit gilt vom kleinen bis hin zum großen Format - bei Data Modul bezeichnet man Panels ab einer Diagonale von 27 Zoll als Großformat -, dass TFT/LCD nach wie vor die meist benutzte Displaytechnologie ist. "Allerdings nimmt der Anteil an anderen/neuen Technologien mit der Rasanz der Weiterentwicklungen und den sich verändernden Kundenanforderungen auch stetig zu", sagt Meinhardt.
Bei LED - sie bestehen aus einzelnen, diskreten, punktförmigen oder länglichen, anorganisch einkristallinen Leuchtdioden - werden Module ab 65 Zoll hierbei "immer interessanter, denn bei dieser Diagonale wird Full-HD-Auflösung bei Modulen mit einem Pixelpitch von 1 mm erreicht". Im Unterschied zu LED, den anorganischen Leuchtdioden, sind bei OLED die elektrische Strom-und Leuchtdichte geringer und keine einkristallinen Materialien erforderlich. OLED sind außerdem in Dünnschichttechnik gefertigt "und damit wesentlich kostengünstiger herzustellen". Das momentane Manko: Ihre Lebensdauer ist geringer als die herkömmlicher LCDs.

OLED bietet brillante optische Eigenschaften

Vor allem bei großen Diagonalen und bei spezifischen Anwendungen etwa im Bereich Digital Signage (Bewegtbilder) "werden hohe optische Anforderungen an Kontrast, Farbtreue und Wiedergabe sowie an Brillanz gestellt", versichert der Data-Modul-Manager. Auch in Modulen für die Medizin- und Broadcastingbranche sei hoher Kontrast notwendig. Hier werde sich OLED deshalb deutlich früher etablieren als in klassischen Industrieanwendungen, denn die unterschiedliche Alterung von Pixeln bei Industrieanwendungen mit statischem Bildschirminhalt "ist bisher nur teilweise gelöst". Software zur Nachregelung der Pixel könne dieses Risiko allerdings auch schon heute reduzieren.

Außergewöhnliche Formen
 
Wegen der hohen Kosten (noch) nicht geeignet für die Massenproduktion, aber "definitiv interessant" für Aufmerksamkeit erzeugende Spezialanwendungen sind außergewöhnliche Formen wie Curved-Displays (konkav, konvex), Spiegel-OLED und Transparent-OLED. Zu den Sonderformaten zählen überdies Stretched bzw. Bar Type. "Die Nachfrage nach TFT/LC-Displays im Sonderformat Stretched ist derzeit so groß wie nie", sagt Meinhardt. Viele Hersteller erweitern bereits ihr Portfolio um großformatige Displays in diesem Format, von 29 bis 86 Zoll ist alles verfügbar. Dafür wurden bis vor kurzem Standard-Displays geschnitten: So wurde beispielsweise aus einem 29-Zoll-Display ein Drittel ausgeschnitten, neu versiegelt und unter dem Namen Stretched-Display verkauft, der abgeschnittene Rest wurde entsorgt. Heute produzieren fast alle gängigen Hersteller (AUO, Sharp, LG, Innolux und Samsung) den Großteil der einzelnen Produktfamilien mit Standardmasken, was die Arbeitsschritte reduziert, den Ausschuss minimiert (Waver/Mutterglas wird besser verwertet), die Zuverlässigkeit und Qualität erhöht und in der Folge auch die Kosten reduziert hat. Schneiden und Versiegeln entfallen. Zielmärkte hierfür sind vor allem Digital-Signage&Transportation. Neben Stretched-Displays sind noch weitere, komplett unkonventionelle Formen denkbar (rund, dreieckig) und ab 10.000 Stück pro Jahr auch realisierbar.

Trends im Bereich Großformat
 
Vor allem im Bereich Videowände für den Industriebereich sind "Extreme Narrow Bezel"-Displays mit einem Abstand von kleiner als 2 mm zwischen der aktiven Area zweier Displays im Kommen. Durch die dünneren Gehäuse steigen jedoch gleichzeitig die Anforderungen an die spätere Befestigung und Montage. Diese ist auch über die Glasscheibe realisierbar, dazu sollte allerdings das Display mit einer Glasscheibe optisch verklebt werden (full optical bonding), um eine höhere Vandalismussicherheit, einfachere Reinigung, Möglichkeit der kundenspezifischen Bedruckung, Veredelung des Produktdesigns mittels durchgängiger Glasscheibe und integrierte Sunblockfilter (bei VSG) für den Einsatz mit Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Zudem erhöht Optical Bonding die Helligkeit des Displays durch Reduzierung der Reflektionsebenen, weshalb die Hintergrundbeleuchtung des Displays deutlich niedriger angesetzt werden kann. Für die Ansteuerung von Videowalls gibt es bereits spezielle Scalerkarten (eMotion ST3:4 von Data Modul), die bis zu 16 Displays ansteuern können. Ein weiterer Trend im Bereich großformatiger Module ist der Schritt hin zu noch höherer Backlight-Helligkeit. "Standard-Lösungen von bis zu 7500 cd/m2 sind bereits am Markt verfügbar, gängig sind Module von bis zu 2500 cd/m2, weil das Wärmemanagement bei High-Brightness-Lösungen ein großes Thema ist", versichert Meinhardt. Data Moduls "Real Outdoor"-Display aus der Conrac-Familie basiert auf einem 55-Zoll-High-Brightness-Panel mit 2500 cd/m2 und integriertem Wärmemanagementsystem, "das als einziges Display volle Backlight-Helligkeit ohne Dimmen auch bei +50 °C Umgebungstemperatur und direkter Sonneneinstrahlung erlaubt".