Spectaris zur "Industriestrategie 2030" »Es darf aber nicht bei schönen Worten bleiben«

Spectaris-Vorsitzender Josef May: »Nun ist es höchste Zeit, diese sinnvollen Vorhaben auch auf die Straße zu bringen.«
Spectaris-Vorsitzender Josef May: »Nun ist es höchste Zeit, diese sinnvollen Vorhaben auch auf die Straße zu bringen.«

Der Industrieverband Spectaris sieht viel guten Willen in der „Industriestrategie 2030“ der Bundesregierung, erwartet aber auch Taten und Unterstützung bei Innovationen, freiem Handel und Bürokratieabbau.

»Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Dialog mit der Industrie und das teilweise kritische Feedback auf den ersten Entwurf der ‚Industriestrategie 2030‘ ernst genommen – das begrüßen wir sehr«, erklärt der Spectaris-Vorsitzende Josef May. Dass die Bundesregierung die optische und medizintechnische Industrie zu den Säulen seiner Industriestrategie zählt, zeige die Anerkennung des Innovations- und Wertschöfpungspotenzials der Branchen. »Diese Wertschätzung darf sich aber nicht nur in schönen Worten ausdrücken, sondern muss auch in sinnvollen industriepolitischen Taten münden«, unterstreicht May. »Die Strategie hebt dabei die große Bedeutung des Mittelstandes hervor, nun muss die Politik unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen auch entlasten.«
 
Dazu zähle ein zügiger Bürokratieabbau…

...»Die Industriestrategie muss in eine EU-Strategie eingebettet werden«, betont der Experte. So sei es zu begrüßen, dass sich das Ministerium bei EU-Rechtsakten für eine stärkere Berücksichtigung der Belange von KMU einsetze und darauf achten wolle, dass europäisches Recht 1:1 umgesetzt wird. Dazu gehöre auch die konsequente Anwendung der Prinzipien „Think Small First“ bei allen EU-Legislativvorhaben – „Vorfahrt für KMU“ sowie des „One in, one out“-Prinzips, das Überregulierung verhindern soll. »Beim One-in-, one-out-Prinzip ist es für die Unternehmen unerheblich, ob die Regulierung aus Brüssel oder Berlin kommt. Was schmerzt, ist die Gesamtbelastung, und die darf nicht weiter zunehmen«, so May. 

Spectaris hat sich in der Vergangenheit regelmäßig kritisch zu den bürokratischen Hindernissen der A1-Bescheinigungen geäußert. Diese Bescheinigungen liefern den Nachweis, dass ein Arbeitnehmer bei Reiseantritt in ein EU-Land in seinem ursprünglichen Beschäftigungsstaat versichert ist. 

Lob gibt es von Spectaris…

...für das Vorhaben, mithilfe der Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren zusätzliche Transferleistungsangebote für das Themenfeld Künstliche Intelligenz (KI) für KMU zu entwickeln, darunter ein bundesweites Netzwerk von speziellen „KI-Trainern“. Mit Zugang zu Daten, Experten und Know-how sollen innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Kernbereichen der deutschen Wirtschaft vorangetrieben werden. 

Erst vergangene Woche…

...hatte Spectaris einen einfachen Zugang für den Mittelstand zu Künstlicher Intelligenz gefordert. Anlässlich des Photonik-4.0-Forums sagte Geschäftsführer Jörg Mayer: »KI könnte ein besonderer Treiber sein, um maßgeschneiderte und schnellere Lasertechnologie zu ermöglichen.« 

Positiv sieht der Verband…

...das klare Bekenntnis der Bundesregierung für offene Weltmärkte und einen regelbasierten Welthandel. »Es ist sinnvoll, dass die EU zusätzlich den Weg bilateraler Handelsgespräche beschreitet«, erklärt May. »Nun ist es höchste Zeit, diese sinnvollen Vorhaben auch auf die Straße zu bringen. Die Umsetzung muss zügig erfolgen, mindestens noch in dieser Legislaturperiode.«