Exklusiv-Interview »lighting technology« »Die Messe ist noch nicht in den Budgets angekommen«

Udo Weller, Untitled Exhibitions: »Die vielen positiven Rückmeldungen sehen wir als Auftrag, die Veranstaltung mit der Industrie gemeinsam weiterzuentwickeln und für 2019 wieder an den Start zu gehen.«
Udo Weller, Untitled Exhibitions: »Die vielen positiven Rückmeldungen sehen wir als Auftrag, die Veranstaltung mit der Industrie gemeinsam weiterzuentwickeln und für 2019 wieder an den Start zu gehen.«

Nach dem erfolgreichen Start der Lichttechnik-Fachmesse »lighting technology« 2017 standen die Zeichen klar auf Wachstum. Umso überraschender kam die Entscheidung, die Messe in diesem Jahr abzusagen. Wir sprachen mit Udo Weller, Geschäftsführer Untitled Exhibitions, über die Hintergründe.

Markt&Technik: Sie haben sich entschieden, die lighting technology in diesem Jahr aussetzen zu lassen – und das nach einer so erfolgreichen Premiere 2017. Was hat Sie zu dieser Entscheidung geführt?

Udo Weller,  Geschäftsführer des Veranstalters Untitled Exhibitions: Diese Entwicklung war für uns als Veranstalter tatsächlich nicht abzusehen. Ganz im Gegenteil, es war noch in den Monaten Mai bis Juli ein deutlicher Zuwachs zu erwarten. Schon frühzeitig hatte die Mehrzahl der 71 Aussteller, die 2017 bei der Premiere dabei und begeistert waren, die Standflächen für 2018 gebucht. Und auch mehrere neue Aussteller waren längst verbindlich angemeldet. Unter den Besuchern im vergangenen Jahr waren ja auch einige potentielle Aussteller, die sich vor Ort davon überzeugt haben, dass diese neue Veranstaltung funktioniert und Ausstellern, Fachbesuchern, Referenten und Workshop-Teilnehmern einen echten Mehrwert bietet. Ende Juli, Anfang August wurde aber immer deutlicher, dass sich für viele Unternehmen, die ausstellen wollten und teilweise schon eine Standfläche reserviert hatten, die Beteiligung in diesem Jahr wider Erwarten nicht, oder besser gesagt, noch nicht realisieren lässt. In den Gesprächen wurde jedoch immer wieder betont, dass dies keine Entscheidung gegen die lighting technology generell ist.

Wie haben die Aussteller und Referenten auf die Absage reagiert?

Da alle Beteiligten – nicht nur wir – davon überzeugt waren, dass die lighting technology nach der erfolgreichen Premiere wachsen wird, hatte niemand mit dieser Entwicklung gerechnet. Das gemeinsame Ziel war eine erfolgreiche Veranstaltung mit zahlreichen neuen Kontakten, intensiven Fachgesprächen mit “alten Bekannten“ und neuen Interessenten – und nicht zuletzt neuen Projekten, die sich aus diesen Gesprächen realisieren lassen. Auch wenn die lighting technology 2018 diese Erwartungen nicht erfüllt hätte, bestärken uns Reaktionen wie „bitte halten Sie am Konzept der lighting technology fest“, „diese Veranstaltung ist wichtig für die Entwicklung unserer Branche“, „auf unsere Unterstützung können Sie zählen“. 

Woran ist es Ihrer Meinung nach gescheitert? Lag es am Konzept?

Ich würde gar nicht von gescheitert reden, denn die Rückmeldungen aus der Branche sind ganz eindeutig: Schon die Premiere 2017 hat gezeigt, dass die lighting technology als zentrale Kommunikations- und Technologieplattform das Potential hat, die Entwicklung der Beleuchtungstechnologien maßgeblich zu beeinflussen und ihre Marktchancen und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Veranstaltung ist damit eine ideale Ergänzung zu bestehenden Messen und schafft nicht zuletzt durch die enge Verzahnung von Workshops und Fachmesse in einer Halle eine völlig andere Arbeitsatmosphäre – als Entwicklermesse für die Macher des Lichts. 

Dass viele Unternehmen sich nicht beteiligen konnten, obwohl dies ihr erklärtes Ziel war, hat ganz unterschiedliche Gründe. Ressourcen sind dabei eindeutig ein Thema, aber ganz besonders auch die Tatsache, dass die Veranstaltung in ihrem zweiten Jahr noch nicht in allen Köpfen, vor allem aber noch nicht in den Budgets und langfristigen Planungen der Unternehmen angekommen ist – und das ändert sich kontinuierlich.