Bistabiles Display von Qualcomm für mobile Geräte »Die IMOD-Technik hilft Energie statt Leistung zu sparen«

Das Display ist aufgrund dieser Konstruktion bistabil und verbraucht nur beim Bildwechsel Strom.

Mobile Geräte kämpfen mit dem Energie-Dilemma: Oft schon nach wenigen Stunden mit »Display-On-Funktion« gibt der Akku den Geist auf. An diesem Punkt setzen die neuen IMOD-Displays von Qualcomm (IMOD: Interferometric Modulation) an: Sie sind MEMS-basiert und reduzieren den Energieverbrauch mobiler Geräte deutlich: Laut Qualcomm verlängert sich die Nutzungsdauer zwischen zwei Ladevorgängen um 27 Prozent.Vermarktet werden die IMOD-Displays unter der Bezeichnung »Mirasol-Displays«.

LCDs in mobilen Geräten verbrauchen allein rund 30 Prozent der Energie des Gerätes, denn Web-Applikationen, Spiele oder Videos belasten durch die permanente Hintergrundbeleuchtung des Displays den Akku enorm. Neue industrielle Designs oder ein größerer Akku alleine reichen aber nicht aus, um die Energielücke zu schließen - die Akkukapazität stieg bisher längst nicht in gleichem Maße, wie der Verbrauch. »Deshalb konzentriert sich unser Ansatz darauf, den Verbrauch zu verringern und so das »Energie-Dilemma« mobiler Geräte in den Griff zu bekommen«, erklärt  Thomas Nindl, Director Business Development bei Qualcomm. Entscheidend sei auch, so Nindl, dass man Energie, aber nicht Leistung einspare. Schließlich stellt die Generation »mobiles Internet« einige Ansprüche an die Visualisierung: Brillante Farben, eine hohe Auflösung und gestochen scharfe Bilder sind ein »Muss«.

Der Natur auf die Finger geschaut

»Einfach zusammengefasst funktionieren die IMOD-Displays folgendermaßen: Licht wird reflektiert, bestimmte Wellenlängen werden verstärkt, andere ausgelöscht. Nach diesem Prinzip lässt sich ein komplettes Spektrum an klaren und lebendigen Farben erzeugen«, erklärt der Manager. Im Grunde sind IMOD-Displays optische Resonanzsysteme. Das Gerät besteht aus einer freistehenden verformbaren reflexiven Membran und einer Dünnfilm-Lage. Beide Lagen fungieren als Spiegel des optischen Resonanzsystems und liegen an einem transparenten Substrat an. Einfallendes Umgebungslicht wird sowohl von der Dünnfilm-Lage als auch von der reflexiven Membran reflektiert. Durch die Veränderung des Abstands zwischen den beiden Lagen lassen sich so für einen bestimmten Wellenlängenbereich konstruktive oder destruktive Resonanzen erzeugen. »Die Inspiration für diese Entwicklung haben wir durch ein Phänomen aus der Natur erhalten: Das IMOD-Display funktioniert wie das Leuchten von Schmetterlingsflügeln«, erläutert Nindl. Das Display ist aufgrund dieser Konstruktion bistabil und verbraucht nur beim Bildwechsel Strom. Bei unverändertem Bildinhalt geht der Stromverbrauch dagegen fast gegen Null. Die Akkulaufzeit liegt dadurch weit über der anderer Display-Technologien und das bei besonders schneller Reaktionszeit.