Fünf Fragen an Dell »Das Bildschirmerlebnis zählt«

Robbi Teichfischer, Dell Technologies: »Unserer Ansicht nach hat USB-C als Anschlusstyp klar die Nase vorn.« 

USB-C, 4K und 8K, hohe Farbraumabdeckung: Robbi Teichfischer, Field Product Manager Displays and Client Peripherals bei Dell Technologies, beantwortet Fragen zu aktuellen Trends bei professionellen Displays.

Markt&Technik: Was sind heute die großen Herausforderungen bei professionellen Displays?
Robbi Teichfischer: Es kommt vor allem auf die sogenannte „Front of Screen Experience“ an, das heißt: Was zählt, ist das Bildschirmerlebnis des Nutzers. Die Erfahrungen, die die Nutzer mit den Displays machen, müssen deshalb immer weiter optimiert werden. Von zentraler Bedeutung ist auch das Thema Konnektivität. Die große Frage dabei ist, welcher Anschlusstyp sich als Standard durchsetzen könnte. Unserer Ansicht nach hat USB-C hier klar die Nase vorn, denn mit USB-C-Kabeln lassen sich gleichzeitig Videosignale, Daten und Ladeleistung übertragen. Unsere professionellen Monitore geben auf diesem Weg mindestens 65 Watt Ladeleistung an die angeschlossenen Clients weiter. Ein weiterer wichtiger Trend sind hohe Auflösungen von 4K und mehr. Die Hard- und Software der PCs ist zunehmend in der Lage, solche Auflösungen nutzerfreundlich zu unterstützen. In der Folge verbreiten sich entsprechende Bildschirme immer weiter.

Stichwort 4K: Können Sie kurz erläutern, was das Besondere an der neuen 4K-Display-Serie Dell UP2720Q ist, die Ihr Unternehmen kürzlich auf den Markt gebracht hat?
Der Monitor deckt den Adobe-RGB-Farbraum vollständig ab, DCI-P3 zu 98 Prozent und BT.2020 zu 80 Prozent. Der DCI-P3-Farbraum entwickelt sich wegen seines größeren Farbumfangs, etwa im Vergleich zu sRGB, und der höheren Farbgenauigkeit zunehmend zum Farbstandard für Webbrowser und Geräte wie Smart­phones oder Fernseher. Deshalb wird immer mehr Content in diesem Farbraum produziert.

Zudem verfügt das Display über ein integriertes Kolorimeter. Mit dem Farbmessgerät lässt sich der Monitor nach Bedarf oder Zeitplan automatisiert kalibrieren. Dadurch ist es möglich, Kalibrierungen und Validierungen außerhalb der Bürozeiten durchzuführen, sodass die Produktivität der Mitarbeiter nicht leidet, die Farb-Performance aber stimmt. Außerdem ist der Dell UP2720Q unser erster Monitor mit Thunderbolt-Konnektivität. Dadurch lässt sich über ein Thunderbolt-Kabel in einer sogenannten Daisy Chain ein weiteres 4K-Display an den Monitor anschließen. 

Mittlerweile verbreiten sich im gewerblichen Umfeld auch 8K-Displays. Wie sehen Sie diese Entwicklung und was plant Dell in dieser Richtung?
Wir haben bereits 2017 mit dem UP3218K einen 8K-Monitor auf den Markt gebracht. Derzeit ist der Markt für 8K aber noch immer recht überschaubar und adressiert nur eine kleine Zielgruppe. Durch die immer bessere Hardware- und Softwareunterstützung für diese hohe Auflösung dürfte sie in Zukunft für einen größeren Kreis interessant werden. Durch den geringeren Bedarf wird die Adaption von 8K aber vermutlich deutlich länger dauern, als das bei 4K der Fall ist.

Mit dem Dell 43 Ultra HD Multi Client Monitor adressiert Dell vor allem den Finanzsektor. Welche besonderen Anforderungen stellt diese Branche an Displays?
Der 43 Ultra HD Multi Client Monitor wird vor allem auf dem Börsenparkett eingesetzt. Dort müssen viele Informationen aus mehreren Quellen angezeigt werden, wofür sich dieser Monitor mit seinen 43 Zoll und seiner 4K-Auflösung besonders gut eignet. Es lassen sich bis zu vier verschiedene Quellen anschließen und „Picture by Picture“, sprich: in vier Fenstern, anzeigen. Die neue Gerätegeneration hat, anders als das Vorgängermodell, außerdem einen USB-C-Anschluss. Zudem verfügt das Display über einen höhenverstellbaren Ständer und lässt sich damit in Multi-Monitor-Umgebungen besser an die Höhe der anderen Displays anpassen, was ergonomische Vorteile bietet. Grundsätzlich gibt es aber im Finanzsektor alle möglichen Einsatzszenarien für Monitore. In den normalen Büroräumen finden sich oft Dual Display Setups. Dabei sind vor allem schmale Ränder und ein geringer Platzverbrauch wichtig. In den Filialen wiederum werden vornehmlich Touch Displays, häufig auch großformatig, genutzt.

Wo werden die Displays gefertigt?
Sämtliche Displays konzipert und entwickelt Dell Technologies hausintern. Dieser Prozess erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern. Die in Europa erhältlichen Monitore werden dann anschließend im asiatischen Raum produziert.