Data Modul AG Bonding nun auch mit Gel-Technologie

Auf den bestehenden Anlagen von Data Modul ist das Gel-Bonding Verfahren für Displays mit Diagonalen von 1,3 bis 14 Zoll realisierbar.
Auf den bestehenden Anlagen von Data Modul ist das Gel-Bonding Verfahren für Displays mit Diagonalen von 1,3 bis 14 Zoll realisierbar.

Zusätzlich zu den drei bisherigen Bonding-Technologien AirGap, LOCA und OCA implementiert Data Modul an seinem Produktionsstandort Weikersheim jetzt als viertes Verfahren das Gel-Bonding.

Dieses zusätzliche Verfahren eignet sich Data Modul zufolge besonders bei der Weiterbearbeitung rahmenloser Displays. Diese haben keinen Metalbezel und lassen sich daher nur sehr aufwändig im LOCA-Verfahren mittels Damm abdichten. Selbst mit größter Sorgfalt ist bei der Flüssigverklebung das Eindringen des Klebers in das Display bauartbedingt nicht auszuschließen. Die Trockenverklebung mit OCA ist bei frameless Displays ebenfalls nicht anwendbar, denn weder Sensor/Glas noch Display können via Rolllamination aufgebracht werden.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Industriekunden für Applikationen in der Außenanwendung mit direktem Sonnenlicht auf rahmenlose MIP- und Blanview-Displays setzen. Das Klebeband des AirGap-Bondings kann hier nur schwer aufgebracht werden. Hierbei entstehen dann durch den erzeugten Luftspalt zusätzliche Reflexionskanten, woraus optische Verluste resultieren.

Das Gel-Bonding-Verfahren bietet laut Data Modul diverse Vorzüge: Die Verklebung ist äußerst UV-beständig und eignet sich deshalb besonders für Außenanwendungen. In Verbindung mit frameless Displays wird – abhängig von den eingesetzten Materialien - eine Temperaturbeständigkeit von -30 bis +80 °C erreicht. Beim Material setzt der Display-Spezialist auf Polyarylat anstelle des weit verbreiteten und kostengünstigeren Silikons, denn Polyarylat weist eine signifikant höhere Adhäsionsfähigkeit und UV-Beständigkeit auf.

Beim Gel-Bonding-Verfahren werden Gelpads auf die Größe der Displayoberfläche zugeschnitten; sie lassen sich also projektspezifisch anpassen. Je nach Displaykonstruktion werden die Pads dabei in unterschiedlicher Stärke verwendet. Frameless Displays benötigen nur 0,1 bis 1 mm dicke Pads. Displays mit umlaufendem Rahmen unterhalb des Polarizers erfordern hingegen dickere Pads, um auch den Rahmen mitbonden zu können. Der Zuschnitt wird via Rolllamination auf die Toucheinheit (Glasscheibe inkl. Touchsensor) aufgebracht. Anschließend wird die Toucheinheit im (innerhalb der Bondingmaschine herrschenden) Vakuum auf das Display gelegt. Die mechanische Belastung für die Displayoberfläche ist dabei unkritisch, deshalb lässt sich jede Art von Glasscheibe und Touchtechnologie verwenden.

Data Modul hat den Prozess im vierten Quartal 2017 evaluiert und mittlerweile die Kundenaufträge mit rahmenlosen Displays bereits auf das Verfahren umgestellt. Auf den bestehenden Anlagen ist das Verfahren für Displays mit Diagonalen von 1,3 bis 14 Zoll realisierbar. Auf mobile Applikationen mit runden Memory-in-Pixel-Displays ist das Gel-Verfahren ebenfalls anwendbar.