Hy-Line: Digital-Signage-Displays Ablesbarkeit in heller Umgebung ist ein Muss

Außer der großen Diagonale und der Auflösung haben für Digital Signage geeignete Displays mit TV-Displays nicht viel gemeinsam. Bei der Auswahl geeigneter Displays gilt es, angesichts der Vielfalt der Einsatzgebiete einige Randbedingungen zu beachten.

Wo Informationen an ein größeres Publikum weitergegeben werden, sind spezielle Displays gefragt: In Größen von 55 bis über 100 Zoll hinaus eignen sich Digital-Signage-Displays für nahezu jede Betrachtungsdistanz. Modelle mit Diagonalen ab 32 Zoll zielen eher auf den für Ausstellungen und Museen typischen Betrachtungsabstand ab.

24-h-Betrieb
 
Für den Betrieb rund um die Uhr mit höchster Helligkeit ist kein TV-Display dimensioniert. Von Digital-Signage-Displays wird genau dies verlangt: Fahr- und Flugpläne müssen rund um die Uhr abrufbar sein, automatisierte Fertigungen laufen im Drei-Schicht-Betrieb, und manche Werbeanzeigen werden auch in der Nacht nicht abgeschaltet. Dafür muss ein solches Display ein ausgewogenes thermisches Gleichgewicht und ein langlebiges Backlight bieten.

Porträt oder Landscape?
 
Während TV-Displays elektrisch und thermisch aus Kosten- und Gewichtsgründen auf den Betrieb in der Horizontalen ausgelegt sind, kann bei Digital-Signage-Anwendungen auch eine Hochformat-Orientierung realisiert werden. Beispiele dafür sind die Darstellung von Gesichtern in der Modebranche, Tabellen wie Preislisten oder Abfahrtszeiten oder auch die Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes. Gerade letzteres verlangt nach Displays, die im „special format“ auch andere Seitenverhältnisse als 16 : 9 darstellen. Mit Seitenverhältnissen von 21 : 9 bis über 5 : 1 hinaus eröffnen sich interessante Einsatzgebiete von der Haltestellenanzeige in öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zur Ganzkörperdarstellung von Models in der Mode.

Ablesbarkeit beim Einsatz in heller Umgebung
 
Für den Einsatz in einer anderen Umgebung als im Büro reicht die Helligkeit, die ein normales Desktop-Display bietet, bei weitem nicht aus. Während hier die maximal einstellbare Luminanz bei etwa 250 cd/qm liegt, werden in öffentlichen Bereichen wie Einkaufszentrum oder Flughafen 1000 cd/qm oder mehr verlangt. Bei direktem Sonnenlicht kann dieser Wert noch zu gering sein, sodass erst 2000 bis 3000 cd/qm genügen, um eine ausreichende Ablesbarkeit zu erzielen. Sie hängt mit dem erzielbaren Kontrast zusammen, also dem Verhältnis von hellen zu dunklen Bildinformationen. Bei großer Umgebungshelligkeit müssen daher die hellen Anteile des Bildes leuchtstark sein. Auch durch die Ausführung der Display-Oberfläche – die oberste Lage eines TFTs ist ein Polfilter – kann die Ablesbarkeit durch Verringern unerwünschter Reflexionen deutlich verbessert werden. Anti-reflektive Polfilter verringern sie, Anti Glare-Polfilter zerstreuen das einfallende Licht diffus. Welche Variante den besseren Effekt ergibt, muss in Abhängigkeit vom Anwendungsfall entschieden werden.

Selbst wenn das Display in einem Monitor eingebaut ist, darf der Einfluss von externen Wärmequellen nicht vernachlässigt werden: Während die langfristige Einwirkung von UV-Licht den Polfilter schädigt und daher im Außenbereich ein Frontglas mit UV-Filterwirkung eingesetzt werden muss, kann Infrarotstrahlung durch Sonnenlicht oder in der Nähe aufgestellte Scheinwerfer die Temperatur eines Displays nennenswert - auch nur lokal - erhöhen. Ungeachtet des nachteiligen Einflusses auf andere Komponenten spielen diesmal die Eigenschaften des Flüssigkristall-Materials eine Rolle: Flüssigkristalle funktionieren als Lichtventil, und als solches nur bis zu einer oberen Temperaturgrenze. Wird sie überschritten, geht die kristalline Eigenschaft verloren, und das Display wird transparent. Dieser Effekt ist auch unter der Bezeichnung Washout bekannt. Ist also absehbar, dass ein Displays im Digital-Signage-Bereich eingesetzt werden soll, muss der Hersteller bei der Auswahl des Flüssigkristall-Materials dafür Sorge tragen, dass der so genannte Klärpunkt ausreichend hoch liegt – etwa bei mehr als +95 °C.

Um eine unbedingte Ablesbarkeit auch in extrem hellen Umgebungen zu erreichen, kann die Intensität des Backlights gesteigert werden. Eine Alternative zu den dadurch steigenden Kosten und der abzuführenden Verlustleistung der LEDs bietet eine Technologie an, die zusätzlich zu den RGB-Segmenten ein weiteres, transparentes Subpixel einführt. Für helle Bildinhalte kann dieses dosiert aktiviert werden, um mehr Licht nach vorne zu bringen, während bei dunklen Inhalten nur der RGB-Anteil aktiv ist. Damit wird der Dynamikumfang gesteigert, also der Bereich zwischen dunkelster und hellster darstellbarer Farbe. Der Preis, der dafür bezahlt werden muss, liegt in der Verschiebung des Farborts und im Rechenaufwand, das transparente Pixel im richtigen Verhältnis anzusteuern. Transpartent für den Anwender erledigt dies das Timing-Controller-ASIC auf dem TFT-Modul.