Foxconn reagiert auf schwachen Markt 20 Mrd. Investitionen aufgeschoben

Zu Beginn will Foxconn 3000 amerikanischen Arbeitern einen neuen Job bieten.
Zu Beginn wollte Foxconn in Wisconsin 3.000 amerikanischen Arbeitern einen neuen Job bieten. Jetzt werden es wohl weniger.

Foxconn Technology verschiebt Investitionen in Höhe von insgesamt 20 Mrd. Dollar in den USA und in China.

In Guangzhou wird die Arbeit an einem neuen Werk für LCD-Bildschirme  in Guangzhou für mindestens 6 Monate aussetzen, in das insgesamt 9 Mrd. Dollar investiert werden sollten, wie Nikkei Asian Review erfahren hat. In den USA hat Foxconn den Bau eines neuen Werkes im Staat Wisconsin auf Eis gelegt. Beide Projekte hatte das Unternehmen 2016 bzw. 2017 angekündigt. Nikkei zitiert einen Mitarbeiter, nach dem es die jetzige Marktsituation erfordere, abzuwarten und die nächsten Schritte sehr sorgfältig zu überlegen.

Laut Reuters sollten insgesamt 13.000 neue Jobs in Wisconsin entstehen, bis 2020 aber wolle Foxconn nur 1000 schaffen. Das Unternehmen plane den Schwerpunkt von einem ursprünglich fertigungsorientierten Standort in Richtung Forschung & Entwicklung verschieben.  

Foxconn hat bereits Ende 2018 Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet und will sich von 100.000 Mitarbeitern trennen. Erst kürzlich hatte Apple die Erwartungen deutlich reduziert, vor allem wegen des schleppenden Geschäfts in China was für Foxconn ebenfalls eine Abkühlung bedeutet.  

Im LCD-Werk in sollen Bildschirme für 8K-TVs gefertigt werden. Nach den neuen Plänen von Foxconn wird das Werk im dritten Quartal 2019 nur 20 bis 25 Prozent der ursprünglich geplanten monatlichen Kapazität erreichen. Auch weil ein Werk von Foxconn in Japan schon unter geringer Auslastung leide, weshalb das Unternehmen keine neuen Kapazitäten schaffen wolle.

Für das Werk in Wisconsin hatte im vergangenen Jahr eine groß inszenierte Grundsteinlegung stattgefunden, zu der sich auch Präsident Trump eingefunden hatte. Foxconn hat bisher in das auf 10 Mrd. Dollar angelegte Projekt rund 200 Mio. Dollar investiert. Weil das Unternehmen aber bisher nicht so viele neue Jobs geschaffen hat, wie ursprünglich vereinbart, ist es bisher nicht in den Genuss von Steuervergünstigungen durch die Regierung des Staates von Wisconsin gekommen. Angeblich will Foxconn nach wie vor rund 10 Mrd. Dollar in den Standort investieren und verhandelt mit Gouverneur Tony Evers, einem Mitglied der Demokratischen Partei, der nach der vergangenen Wahl den Republikaner Scott Walker geschlagen hatte und seit Januar dieses Jahres das Amt des Gouverneurs innehat.