Ersatz von Mechanik erfordert konstruktives Umdenken X-by-Wire: Sensorik auf dem Vormarsch

Michael Bachmann, Novotechnik: »X-by-Wire erfordert ein Umdenken seitens der Konstrukteure. So müssen sie sich beispielsweise mit der Auswahl geeigneter Sensorik beschäftigen.«

Lange Zeit war im Automotive-Bereich die unmittelbare Kopplung von Mechanik und Hydraulik mit den unterschiedlichen Funktionseinheiten zwingend. Dabei wurde eine mechanische Bewegung z.B. von Lenkrad und Pedalen mechanisch oder hydraulisch an Räder, Kupplung oder Bremse übertragen. Hier vollzieht sich nach Überzeugung der Experten von Novotechnik ein Wandel. X-by-Wire heißt das Schlagwort. Im Mittelpunkt dabei: messende Sensoren.

Der Begriff »X-by-Wire« steht für alle im Auto denkbaren Funktionen, die sich ohne Mechanik und Hydraulik elektrisch über »wire« - also »Draht« - abwickeln lassen. So meint Drive-by-Wire z.B. die elektronische Steuerung der Funktionen der Drosselklappe, der Einspitzpumpe oder Abgasrückführung. Power-by-Wire-Systeme sind für Zündung, Anlasser und Lichtmaschine zuständig. Shift-by-Wire verzichtet bei Kupplung, Getriebe oder Allradantrieb auf mechanische oder hydraulische Kopplung, während andere Systeme den Fahrer elektrisch mit Rückinformationen über den Straßenzustand etc. versorgen. Weil diese Anwendungen durchweg sicherheitsrelevant sind, müssen die eingesetzten Komponenten höchste Anforderungen erfüllen. Zuverlässigkeit aller in X-by-Wire-Systemen eingesetzten Komponenten ist daher oberstes Gebot. Ganz besonders gilt das auch für die Sensoren, angefangen von Positionssensoren für die Stellung von Drosselklappe und Gaspedal bis hin zur Lenkwinkelerfassung oder Erfassung der Gangwahl im Fahrzeuggetriebe.

X-by-Wire ist nach Überzeugung von Michael Bachmann, Division Manager Automotive Sensors bei Novotechnik, heute eines der wichtigsten Schlagworte bei der Konstruktion moderner Kraftfahrzeuge, verspricht man sich davon doch sowohl mehr Sicherheit und Komfort als auch bessere Umweltverträglichkeit, z.B. durch optimierte Kraftstoffausnutzung und Gewichtseinsparung. »X-by-Wire fordert ein Umdenken seitens der Konstrukteure«, erklärt Bachmann. »Sie müssen sich beispielsweise mit der Auswahl geeigneter Sensorik beschäftigen.«

Potentiometertechnik - in vielen Anwendungsbereichen noch immer unschlagbar

Auch wenn in der Weg- und Winkelmesstechnik der Ruf nach kontaktlosen Verfahren immer lauter wird, sind Sensoren auf Potentiometerbasis wegen ihrer positiven Eigenschaften und ihres günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses sowohl in der Pedalsensorik als auch in modernen E-Gas-Systemen nicht wegzudenken. »Das E-Gas-System von Bosch z.B. mit potentiometrischen Sensoren von Novotechnik wurde seit 1996 in über 42 Millionen Fahrzeugen verbaut und hat im Krisenjahr 2009 vor allem durch Zuwächse im asiatischen Markt einen neuen Stückzahlrekord von über 5 Mio. jährlich erreicht«, verdeutlicht Bachmann. »Die Stückzahltendenz der Potentiometer ist weiterhin steigend, weil aus Effizienzgründen heute zunehmend auch kleinere Fahrzeuge mit elektronisch geregelten Systemen ausgestattet werden. Ähnliches gilt für den Einsatz als Pedalwertgeber.«