50 Jahre Feinmetall – eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte »Wir sind auch für die nächsten 50 Jahre gut gerüstet«

Die Elektronikbranche ist gekennzeichnet durch Konsolidierung. Hat noch niemand versucht, Feinmetall zu kaufen?

Natürlich bekommen wir immer mal wieder Beteiligungs- oder Übernahmeangebote. Aber damit beschäftige ich mich nicht. Das Thema ist für uns nicht relevant.

Sie feiern nun 50. Jubiläum und haben viel erreicht in der Zeit. Wo liegen Ihre nächsten Ziele?

Im Prüfkartengeschäft werden die nächsten Schritte der Ausbau des Forschungsbereiches sowie die Einführung neuer Produkte sein. Darüber hinaus wollen wir unseren Kundenstamm erweitern, neue Qualifizierungen erreichen und neue Marktsegmente aufbauen. Der Bereich der Federkontaktstifte wächst kontinuierlich. Auch hier schauen wir nach neuen Marktsegmenten. Potential sehen wir wie erwähnt in den Bereichen Hochstrom, Hochfrequenz und Fine Pitch sowie generell in den Industriezweigen Telekommunikation, Automatisierung und Automotive. Generelle Schritte für Feinmetall sind die kontinuierliche Modernisierung unserer Fertigungstechnologien und der Ausbau der Automatisierung im eigenen Haus – ohne dabei Personal abzubauen natürlich.

Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir natürlich wieder deutlich gewachsen sein. 20 bis 30 Prozent pro Jahr werden wohl nicht möglich sein, aber unser Ziel ist es, jedes Jahr um mindestens zehn Prozent zu wachsen. Damit sollten wir auch die nächsten 50 Jahre gut bestehen können.

Wie erreichen Sie das?

Zum einen wachsen wir mit dem Markt, zum anderen wollen wir eine höhere Marktdurchdringung erreichen. Das geht nur durch Verdrängung. Die Konkurrenz ist stark, wir aber auch. Ganz wichtig ist es, zu verstehen, was der Kunde von der Kontaktierung erwartet. Daher ist unser Vertrieb grundsätzlich technisch orientiert.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Ihnen persönlich. Sie sind 1994 in das Unternehmen eingetreten und feiern daher in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum – 20 Jahre bei Feinmetall. Was war in dieser Zeit Ihr persönliches Highlight?

Ganz klar – unser 40-jähriges Jubiläum vor zehn Jahren. Ich werde nie diese Aufschwungsstimmung vergessen, die sich damals in der ganzen Firma ausgebreitet hat, als ich in meiner Ansprache verkünden konnte, dass wir bereits im Juli den Gesamtumsatz des Vorjahres erreicht hatten. Wir hatten den Sprung von der kleinen zur mittelgroßen Firma geschafft und es war viel Neues entstanden.

Ist diese Aufschwungstimmung heute noch da?

Nun, sie kommt immer wieder. Wir geben uns viel Mühe, unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Eine kürzlich von einem externen Berater durchgeführte Mitarbeiterbefragung zur Zufriedenheit hat gezeigt, dass die Mitarbeiter grundsätzlich positiv gestimmt sind. Kritische Aspekte greifen wir natürlich auf.

Das Interview führte Nicole Wörner.