Echtzeit- / Remote-Patientenüberwachung Wie Sensoren das Gesundheitswesen verändern

Fotooptische Sensoren für die nichtinvasive Messung des Blutsauerstoffgehalts werden in der Medizintechnik immer wichtiger.
Fotooptische Sensoren für die nichtinvasive Messung des Blutsauerstoffgehalts werden in der Medizintechnik immer wichtiger.

Echtzeit- und Remote-Patientenüberwachung – im Zeitalter des IoT sind das zwei der wichtigsten Schlagworte, die die Medizintechnik nachhaltig beeinflussen werden. Die Experten von TTI und TE Connectivity beleuchten die fünf wichtigsten Trends.

Die vorbeugende Pflege außerhalb der Krankenhausumgebung geschieht heute zunehmend mit neuen Geräten, die die medizinische Versorgung revolutionieren und die Kosten senken können, indem sie beispielsweise die Wiederaufnahmequoten im Krankenhaus senken und Patienten in entlegenen Gebieten durch sie die nötige Pflege erhalten. Die Fernüberwachung von Patienten könnte die Patientenversorgung im gesamten medizinischen Bereich grundlegend verbessern. 

Gesundheitswesen im Wandel – Neue Technologien, neue Geräte

Wenn kardiovaskuläre Patienten Blutdruck und Herzfrequenz regelmäßig zu Hause messen könnten und die Daten an den Kardiologen weitergeleitet würden, könnten Ärzte die Vitalwerte der Patienten viel leichter verfolgen – von der Atemfrequenz, dem Herzzeitvolumen, dem Sauerstoff- und Kohlendioxidspiegel im Blut bis hin zur Körpertemperatur. 

Und was wäre, wenn Geräte das Gewicht von Patienten mit obstruktiven Herzerkrankungen messen könnten, um Flüssigkeitsansammlungen zu erkennen, bevor ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist? Oder wenn sie die Asthmamedikation eines Kindes überwachen könnten, um sicherzustellen, dass die richtige Dosierung eingenommen wird. Eine Reihe von Sensoren, die Vitalfunktionen in Notfall- und Intensivstationen messen, könnten mit künstlicher Intelligenz und ähnlichen Tools kombiniert werden, um potenziell große Datenmengen zu analysieren, um klinische Entscheidungen zu verbessern. Ländliche Gebiete mit Ärztemangel könnten die Telemedizin nutzen, einschließlich Fernberatung, Überwachung zu Hause und ausgegliederte diagnostische Analysen. 

Das Gesamtbild 

Gegenwärtig werden im Gesundheitswesen mehr als fünf Millionen mobile medizinische Sensoren verwendet. Bis 2020 erwarten einige Branchenanalysten, dass globale Fernüberwachungssysteme einen Gesamtwert von unglaublichen 46 Milliarden US-Dollar erreichen werden, was teilweise auf die Notwendigkeit zurückzuführen ist, die Gesundheitsausgaben zu senken. Im Zuge der Weiterentwicklung der Technologie glauben viele, dass das IoT eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines stärker vernetzten Gesundheitswesens spielen wird, das die Kosten senken, die Ergebnisse und das Krankheitsmanagement sowie das Patientenerlebnis verbessern könnte. 

Nachfolgend beleuchten unsere TTI- und TE Connectivity-Sensorikspezialisten einige der Trends im Bereich der Patientenüberwachung sowie die Markttreiber, die Konstrukteure berücksichtigen müssen. 

Trend Nr. 1: Alterung

Die Menschen leben länger, viele sind jedoch auch mit chronischen Krankheiten konfrontiert – was die Gesundheitssysteme und Ressourcen belastet. Dies erfordert eine große und vielfältige Belegschaft im Gesundheitswesen, um Patienten mit komplexen Erkrankungen effektiv und effizient diagnostizieren und behandeln zu können. Laut einer anderen Studie im Journal der American Medical Informatics Association (JAMIA) »fördert Remote-Home-Monitoring nach wie vor das Engagement der Patienten für ihre allgemeinen Gesundheit.«

Trend Nr. 2: Qualität statt Quantität

Die zunehmende Fokussierung auf eine werteorientierte Versorgung verlagert die finanziellen Anreize auf ein Modell, bei dem die Leistungserbringer nicht anhand der Anzahl der durchgeführten Tests, Besuche oder Verfahren, sondern anhand des Wohlergehens der Patienten vergütet werden. Es geht um die Qualität der Pflege, nicht um die Quantität. An dieser Stelle hat Technologie einen großen Einfluss. Zum Beispiel könnten Datensensoren einem Gesundheitsdienstleister darin unterstützen, mögliche Probleme in einem prothetischen Kniegelenk zu erkennen und dabei helfen, die bilaterale Kraftverteilung und die Druckmuster an den unteren Extremitäten zu verstehen. Neben dem enormen Wert für den Patienten – der Arzt wird über die ersten Anzeichen einer Belastung alarmiert – profitiert auch der Dienstleister von einer 24/7-Überwachung, weil diese eine Anpassung der Behandlung ermöglicht und dem Kostenträger die zusätzlichen Kosten einer längeren Genesung oder Nachbehandlung erspart. 

Trend Nr. 3: Big Data 

Einige Branchenanalysten sind der Ansicht, dass „Big Data“ die treibende Kraft für die größten Trends der Gesundheitsbranche ist, wie beispielsweise Präzisionsmedizin, Prädiktive Analyse und maschinelles Lernen ist. Big Data ermöglicht es medizinischen Dienstleistern und Fachkräften, Daten auf einer viel größeren Bevölkerungsbasis zu akkumulieren und zu analysieren und riesige neue Datenmengen zu bewerten – wodurch neue Bereiche für Forschungs- und Behandlungsmöglichkeiten erschlossen werden. Auch hier können Fernüberwachungssysteme dazu beitragen, diese Informationen zu sammeln und eine Rolle bei der Verbesserung der Analyse dieser gesundheitsbezogenen Datenmassen zu spielen.