Von den Megatrends profitieren Was bewegt die Messtechnik-Branche?

Andreas Pauly, Rohde & Schwarz:»Eine messtechnische Herausforderung bei 5G ist zum Beispiel die Charakterisierung von Antennen für Basisstationen. Die Antennen-Arrays müssen over the air getestet werden. Auch hierzu präsentieren wir auf der Messe einige Lösungen.«
Andreas Pauly, Rohde & Schwarz:»Eine messtechnische Herausforderung bei 5G ist zum Beispiel die Charakterisierung von Antennen für Basisstationen. Die Antennen-Arrays müssen over the air getestet werden. Auch hierzu präsentieren wir auf der Messe einige Lösungen.«

Welche Trends beherrschen die Messtechnik derzeit und wie adressieren die Hersteller diese auf der electronica 2018? Wir haben nachgefragt.

Autonomes Fahren, 5G, Internet der Dinge (IoT), Rechenzentren, Stromanwendungen und neue digitale Hochgeschwindigkeitsstandards sind die Wachstumsmotoren für die Mess- und Prüftechnik-Industrie in den nächsten fünf Jahren.

Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von Frost & Sullivan. Ihrer aktuellen Studie "Global Electronic Test and Measurement, Forecast to 2022" zufolge wird sich die Wachstumswelle über alle Technologien erstrecken, die den gesamten Produktlebenszyklus abdecken – von der Forschung und Entwicklung bis hin zur Fertigung und Qualitätssicherung.

Die größten Chancen sehen die Experten in der Kommunikations-, Halbleiter- und Computerindustrie, das schnellste Wachstum werde in den Branchen Industrie und Automobil zu verzeichnen sein. Darüber hinaus werde sich die Nachfrage nach Medizinprodukten verstärken. »Große Chancen ergeben sich aus den hohen Frequenzen – sie werden das Gesicht des Mess- und Prüftechnik-Marktes in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern«, verdeutlicht Jessy Cavazos, Industry Director for Test & Measurement bei Frost & Sullivan. 

Wie adressieren nun die Messtechnik-Hersteller diese Marktprognosen? Und welche Trends sehen sie für ihr Business? 

Rohde & Schwarz: „Accelerate design. Maximize performance“

»Messtechnik für zukunftsweisende Technologien wie IoT, 5G und V2X muss auf die jeweiligen Herausforderungen zugeschnitten sein«, erklärt Andreas Pauly, Bereichsleiter Messtechnik bei Rohde & Schwarz (Halle A3, Stand 307). »Hersteller bringen in immer schnellerem Rhythmus neue Produkte auf den Markt. Entwickler müssen ihre Designs also frühzeitig über schnelle Messungen zielsicher optimieren können. Für die Messtechnik bedeutet das, solche Tests müssen schnell und einfach zu konfigurieren sein. Außerdem soll die Messtechnik zum Beispiel die Fehlersuche während der Entwicklung von Kommunikationsgeräten und -Komponenten beschleunigen.«

Rohde & Schwarz präsentiert deshalb auf der diesjährigen electronica unter dem Motto „Accelerate design. Maximize performance“ zahlreiche neuartige oder verbesserte Messlösungen, die speziell auf diese Anforderungen zugeschnitten sind. 
Dazu zählt ein High-Performance-Oszilloskop für die Fehlersuche an elektronischen Baugruppen oder hochintegrierten Bausteinen mit schnellen digitalen oder breitbandigen HF-Schnittstellen. Das sind zum Beispiel Kommunikationskomponenten für die Fahrzeugelektronik, für Industrie- und Telekommunikationsanwendungen oder auch für den Aerospace&Defence-Bereich. Es erfasst bis zu eine Million Messkurven pro Sekunde, kompensiert Transmissionsverluste und ist mit Bandbreiten bis 8 GHz erhältlich. Für die Signalanalyse hat Rohde & Schwarz zahlreiche Messgeräte in das Oszilloskop integriert. Das ermöglicht eine schnelle, praxisgerechte Fehlersuche mit einem einzigen Gerät.

Speziell für Hersteller von Bluetooth-Low-Energy-Endgeräten präsentiert der Münchner Elektronikkonzern ergänzend zu den vorgeschriebenen Testmöglichkeiten die weltweit erste Signaling-Test-Funktion. »Gerade im Bereich IoT gibt es viele Geräte und Wearables, die gar keine Anschlussmöglichkeit mehr für eine Steuerleitung besitzen, um im vorgeschriebenen Direct Test Mode (DTM) geprüft werden zu können«, führt Pauly aus. »Unsere Signaling-Testfunktion misst über die Luftschnittstelle oder direkt über die Antenne – ohne die Steuerleitung. Natürlich sind mit der Lösung auch alle normkonformen Bluetooth-HF-Tests möglich. Sie basiert auf der R&S-CMW-Testplattform. So kann der Anwender mit einem Gerät neben Bluetooth auch andere gängige Funkübertragungen testen.«

Auch auf der electronica 2018 unterstreicht Rohde & Schwarz erneut seine Position als führender Messtechnikanbieter im Mobilfunkbereich. Zu diesem Thema zeigt das Unternehmen unter anderem mit dem Signalgenerator R&S SMW200A und dem rundum verbesserten R&S FSW eine flexible Lösung zur Generierung und Analyse von 5G-NR-Signalen für Tests an Endgeräten und Basisstationen. »Weil wir in den relevanten Normungsgremien aktiv sind, ist die Lösung stets auf dem aktuellen Stand der Technik«, unterstreicht Pauly. »Eine messtechnische Herausforderung bei 5G ist zum Beispiel die Charakterisierung von Antennen für Basisstationen. Die Antennen-Arrays müssen over the air getestet werden. Auch hierzu präsentieren wir auf der Messe einige Lösungen. Und für die moderne Automotive-Radar-Technik zeigen wir innovative Testlösungen für die Entwicklung bis hin zur Fertigung. Wir demonstrieren zum Beispiel, wie Entwickler Störfestigkeitsmessungen an Radarsensoren durchführen können, wie sich die Signaldurchlässigkeit an Sensorabdeckungen prüfen lässt oder wie man mit einem Oszilloskop Fehler in Kommunikationsbausteinen aufspüren kann. Hierzu zeigen wir auf der Messe speziell für Elektronikentwickler übersichtliche Protokollanalyse-Werkzeuge für die im Automobilbereich üblichen Schnittstellen CAN, LIN, Automotive Ethernet, Bluetooth und WLAN.«

Und welches ist nun das Highlight auf dem Rohde-&-Schwarz-Messestand?

»Eines der vielen Highlights auf dem Rohde & Schwarz-Messestand ist der High-end-Signal- und Spektrumanalysator R&S FSW, den wir hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Bedienerfreundlichkeit nochmals verbessert haben«, sagt Pauly. Neben einem überarbeiteten Äußeren mit neuem Bedienkonzept sowie einem SCPI-Rekorder für die einfache Programmierung ferngesteuerter Testabläufe sind alle R&S-FSW-Modelle ab 26,5 GHz maximaler Eingangsfrequenz mit 2 GHz interner Analysebandbreite erhältlich. Zudem stehen 800 MHz Bandbreite für Echtzeitanalysen zur Verfügung. Mit seiner hohen Empfindlichkeit bei Eingangsfrequenzen bis 90 GHz (Option R&S FSW-B90G) ist der R&S FSW85 einzigartig und eignet sich für die Analyse von Radarsignalen sowohl für automobile Anwendungen als auch im Bereich Aerospace&Defence.